Damit hätten selbst die Veranstalter der Benefizveranstaltung „Kaffee küsst Porzellan“ am Samstag am Tirschenreuther Marktplatz nicht gerechnet. Die Bilanz: Um 13.30 Uhr stürmten die Gäste eine halbe Stunde vor Beginn den Marktplatz, um 15.30 Uhr musste Kuchen nachgekauft werden, um 17.30 Uhr ging der letzte Gast. Statt 70 Gästen waren es um ein Vielfaches mehr: In einer einzigen Stunde gingen 250 Gebäckstücke über die Kuchentheke, und insgesamt wurden 70 Liter Kaffee ausgeschenkt.
26 Mitglieder des Fördervereins „Porzellan- und Kachelmuseum Tirschenreuth“ haben am Samstag erstmals zur Benefizveranstaltung „Kaffee küsst Porzellan“ auf den Marktplatz eingeladen und über den ungeahnten Ansturm ziemlich glücklich geschwitzt. Rund um den Karpfenbrunnen wurden dafür 15 Tische mit weißen Tischdecken, Blümchen und feinstem Porzellan eingedeckt.
Porzellan Teil der Kaffeetafel
Ziel sei gewesen, sagt Hauptorganisator Franz Göhl vom Förderverein, die Geschichte der Porzellanindustrie in der Stadt Tirschenreuth aufrechtzuerhalten und Kultur zu zeigen. „In Zeiten der Wegwerfgesellschaft wollen wir damit darstellen, wie das feine Porzellan immer noch Ausdruck und Bestandteil einer gepflegten und schönen Kaffeetafel ist.“ Für das „Wiener Café“ mitten auf dem Marktplatz hat der Förderverein 16 verschiedene historische Kaffeeservices aus seinem Fundus geholt, die unter anderem über 100 Jahre alt sind, und an 15 Tischen aufgedeckt.
Große Schirme sorgten für Schatten, sieben Mitglieder des Modernen Theaters Tirschenreuth servierten in historischen Kleidungen als Bedienungen den Kaffee, alle 26 Mitglieder des Fördervereins waren im Einsatz mit dem Verkauf der gut 20 Torten und Kuchen, von denen 14 selbst gebacken waren.
Selbstgebackene Torten
Göhl ist überglücklich, dass helfende Hände wie die auf dem Marktplatz fest etablierten Cafés Verena und Rieß sowie die Kaffee-Druckerei Kohl mit weiteren Torten und eleganten Kaffeesorten sofort mitgewirkt haben. So war die sogenannte Schmeller-Torte der Renner des Nachmittags. Bei der gegenüberliegenden Kaffee-Druckerei Kohl, wo auch Tischgarnituren aufgestellt waren, konnten Exoten wie ein koffeinhaltiges Getränk aus der Kaffeeblüte probiert werden.
Mit im Boot war Agronaro aus Mitterteich, eine Firma, die in Cheb angebaute Produkte aus Hanf wie den Hanf-Secco anbot, während Mitglieder aus dem Verein Äthiopien-Kinderhilfe sich um Aufräum- und Abspüldienste kümmerten.
Royales Flair: Porzellankönigin
Zauberhaft präsentierten sich nicht nur die Bedienungen des MTT. Die Porzellankönigin aus Selb, Julia II. Hanisch, frisch gekürt im April vom Selber Verein „Porzellanstraße e. V.“ und 25 Jahre jung, durfte die Schmeller-Torte anschneiden. Sie mischte sich gern unter die Gäste und wurde mehr als einmal zum begehrten Handyfoto-Modell.
Es war ein Kommen und Gehen, wodurch der Ansturm in Grenzen gehalten werden konnte. Während sich die ersten Gäste bereits eine halbe Stunde vor Beginn ein Plätzchen sicherten, wichen etliche Interessierte an der Veranstaltung auf die auf dem Marktplatz vorhandenen Bänke und Sitzgelegenheiten sowie an den breiten Rand des Granitkarpfenbrunnens aus. Mehrfach laut werdende Stimmen, die eine Wiederholung dieser Veranstaltung forderten, hörte Hauptorganisator Franz Göhl gern. Er ist nicht abgeneigt, diese Stimmen auch zu erhören.

















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.