21.02.2020 - 14:07 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

Ahoj Literaturzentrum

Für tschechische Gegenwartsliteratur war das Literaturhaus Oberpfalz schon immer eine gute Adresse. Unter den Augen des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler (MdL) wurde die Kooperation jetzt auch amtlich.

Staatsminister Bernd Sibler, Heribert Tommek (Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V.) und Martin Krafl ((Tschechisches Literaturzentrum, von links) brachten die bayerisch-tschechische Kooperation auf den Weg.
von Anke SchäferProfil

Partner der Wahl für den regelmäßigen wie regen Austausch über die Grenze hinweg ist das 2017 gegründete Tschechische Literaturzentrum. Bei der Vorstellung im Literaturhaus Oberpfalz ließ dessen Direktor Martin Krafl keinen Zweifel daran, dass man das offizielle Stück Papier in Zukunft mit jeder Menge Leben erfüllen wird.

Er hoffe, dies sei erst der Anfang eines Weges, den man noch lange gemeinsam gehe, so Krafl. Die Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung musste Heribert Tommek, der Vorsitzende des Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V., allerdings alleine leisten – aus organisatorischen Gründen hatten die tschechischen Vertreter bereits vorab unterzeichnet.

Dieser denkwürdige Termin passte natürlich auch ausgezeichnet in die Besuchsreihe "KulTour" des bayerischen Staatsministers Bernd Sibler. Als erster Gratulant unterstrich er mit einem glühenden Plädoyer die internationale Bedeutung und Wirkung von Wissenschaft und Kunst und würdigte das deutsch-tschechische Verhältnis als „zentrales Verhältnis in der Mitte Europas“.

Hier würden Austausch und Miteinander gelebt, hier seien Nachbarn zu Freunden geworden. Als studierter Germanist brach er außerdem eine Lanze für Sprachkenntnisse: „Mit der Sprache lernt man die Kultur eines Landes kennen“.

Nach so viel offizieller Theorie vor den zahlreich erschienen hochrangigen Gästen aus Politik und Gesellschaft machten sich die frisch gebackenen Kooperationspartner direkt an die praktische Umsetzung ihrer formulierten Ziele.

Dabei erwies sich der erprobte Diplomat Martin Krafl als bestmöglicher Botschafter der Literaturszene seiner Heimat. Voller Enthusiasmus machte er das Oberpfälzer Publikum mit dem Tschechischen Literaturzentrum und seiner umfangreichen Arbeit vertraut.

2017 als staatliche Organisation in Prag gegründet, habe man als erstes großes Ziel den Auftritt als Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 ins Visier genommen. Und dabei wurde nicht gekleckert: 80 statt wie zuvor gerade mal drei jährliche Neuerscheinungen in deutscher Übersetzung und insgesamt 300 Veranstaltungen im eigens deklarierten 14-monatigen „Tschechischen Kulturjahr“ haben Eindruck gemacht.

Jetzt kämpfe man um Nachhaltigkeit, so Krafl. Dabei sind und bleiben Übersetzungen der magischer Türöffner zum deutschsprachigen Markt. Folgerichtig legt das Tschechische Literaturzentrum auf diesen Bereich besonderen Wert – finanziell und organisatorisch.

Und weil er weiß, dass auch seine Bäume nicht in den Himmel wachsen, hat Direktor Martin Krafl den Aufwand zur anstehenden Leipziger Buchmesse mit klugem Kalkül auch schon wieder auf Normalmaß geschraubt: Diesmal präsentiert man „nur“ 16 neue Übersetzungen und 11 Autoren.

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