15.09.2020 - 17:47 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

August Zirner und Sven Faller: Liebe auf den ersten Blick und Ton

Die schönsten Geschichten schreibt das Leben. Bei August Zirner und Sven Faller sogar über den Ozean hinweg. Mit Querflöte, Kontrabass und eben ihren "Transatlantischen Geschichten" gastieren sie am 19. September in Sulzbach-Rosenberg.

August Zirner (links) und Sven Faller (rechts) kommen mit Musik und "Transatlantischen Geschichten" im Gepäck nach Sulzbach-Rosenberg.
von Anke SchäferProfil
August Zirner (rechts) und Sven Faller (links) kommen mit Musik und "Transatlantischen Geschichten" im Gepäck nach Sulzbach-Rosenberg.

Bekannt ist August Zirner als Schauspieler. Dass ihm auch musikalisches Talent in die Wiege gelegt war, erzählt er nicht nur, sondern beweist es auch an der Querflöte. Mit Bassist Sven Faller steht ihm dabei ein herausragender Musiker zur Seite, der wiederum nicht minder Spannendes aus der Familienhistorie zu erzählen hat. Im Anschluss an zwei Auftritte in Hameln haben die beiden Künstler mehr zur ihrer Leidenschaft für den Jazz und das Geschichtenerzählen und zur großen Liebe zwischen den doch recht unterschiedlichen Instrumenten verraten:

ONETZ: Querflöte und Kontrabass sind ja kein klassisches Paar: Wie haben Ihre zwei Instrumente zusammen gefunden?

August Zirner: August Zirner: Aber die beiden Instrumente sehnen sich schon seit Jahrzehnten nach einander! Als sie sich begegneten, war es Liebe auf den ersten Blick bzw. Ton. So wie bei Sven und mir.
Sven Faller: Kennengelernt haben wir uns an einem Filmset, genauer gesagt bei einem Filmdreh. Da muss man immer so lange warten und in den Pausen haben wir festgestellt, daß wir beide eine große Liebe sowohl für den Jazz als auch für das Geschichten erzählen haben.

ONETZ: Mit vorgefertigter Literatur für diese Kombination ist es vermutlich auch nicht weit her. Wer hat die Stücke zum Programm ausgewählt, komponiert und arrangiert?

August Zirner: August Zirner: Die Texte haben wir geschrieben , aber wir lesen sie im Programm nicht vor, sondern , wie im Jazz , spielen wir mit ihnen.
Sven Faller : Die Musikstücke sind genau auf die Texte abgestimmt. Wir haben sie extra dafür komponiert , beziehungsweise aus dem klassischen Jazz-Repertoire ausgewählt. Die Arrangements sind aus dem gemeinsamen Improvisieren entstanden. Die Musik gibt uns und dem Hörer Gelegenheit, die Geschichten wirken zu lassen.

ONETZ: Und wer hatte bei der Zusammenstellung der „Transatlantischen Geschichten“ das Sagen?

August Zirner: August Zirner und Sven Faller: Unsere toten Großeltern.

ONETZ: Momentan sind die deutsch-amerikanischen Beziehungen nicht die besten. Erinnern Ihre persönlichen Familiengeschichten da an einen anderen, vielleicht ein bisschen vergessenen Akzent?

August Zirner: August Zirner : Naja, die Geschichten spielen zum Teil zu einer Zeit, wo Amerika und Deutschland sich im Krieg befunden haben ....
Sven Faller : ...davon sind wir immerhin weit entfernt.

ONETZ: In der Krise steckt auch die Kulturbranche. Wie sehr hat die Pandemie Ihre künstlerische Arbeit beeinträchtigt?

Sven Faller: Sven Faller: Es sind eine Menge Konzerte ausgefallen, aber die Pause war ehrlich gesagt sehr heilsam und hat viel Raum für kreative Impulse gegeben.
August Zirner: Bei mir sind leider sehr viele Theateraufführungen weggefallen, das ist bedauerlich, Dreharbeiten finden immerhin statt, aber im Großen und Ganzen hatte ich das Glück die Krise auch als Chance zur Besinnung zu nutzen.

ONETZ: Wird aus Ihrer Sicht genügend unternommen, um Künstler und Veranstalter zu unterstützen?

August Zirner: August Zirner : Es ist nie genug.
Sven Faller: Ich glaube man muss das etwas langfristiger sehen, denn die Krise ist noch lange nicht vorbei. In den nächsten Monaten braucht die Kulturbranche noch eine Menge Unterstützung, damit nicht noch mehr wegbricht.

ONETZ: Veranstaltungen in geschlossenen Räumen begleitet nach wie vor ein leicht mulmiges Gefühl. Warum sollte man Ihren Auftritt in Sulzbach-Rosenberg trotzdem auf keinen Fall verpassen?

Sven Faller: Sven Faller: Wir haben in den letzten Wochen sehr viele schöne Auftritte gehabt. Alle Veranstalter haben große Sorgfalt getragen, dass die Menschen sich sicher fühlen können. Am Ende stand dann ein dankbares Publikum, dass sich endlich wieder entspannt auf eine Live-Veranstaltung einlassen konnte.
August Zirner: Ich hab die Auftritte auch so erlebt, dass es etwas wie eine gegenseitige Dankbarkeit zwischen Bühne und Publikum gab. Schlicht gesagt, wir freuen uns auf das Publikum in Sulzbach-Rosenberg und hoffen dass die Leute fröhlich und mutig und neugierig kommen.

Info:

Zur Veranstaltung

Das Erzählkonzert "Transatlantische Geschichten" mit August Zirner und Sven Faller findet am Samstag, 19. September um 20 Uhr in der Historischen Druckerei Seidel in Sulzbach-Rosenberg statt. Karten im Vorverkauf bei SRZ, Tel. 09661/87290, AZ, Tel. 09621/306230,bei der Kulturwerkstatt, Tel. 09661/510110 oder unter www.nt-ticket.de. Für die Veranstaltung gelten die üblichen Corona-Regelungen.

Info:

Zur Person

Schauspieler August Zirner hat in über 120 Kino- und Fernsehfilmen gespielt, war acht Jahre Ensemble-Mitglied der Münchner Kammerspiele und wurde mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Der international renommierte Bassist Sven Faller hat viele Jahre in New York gelebt und gearbeitet. Jetzt wohnt er in Schwandorf. Zu seinen Bühnenpartnern zählen unter anderem Larry Coryell, Konstantin Wecker, Pippo Pollina und Georg Ringsgwandl.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.