05.08.2019 - 17:01 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

Emotional und virtuos

Die SRIMF-Meisterkonzerte haben Tradition. Künstler und Professoren demonstrieren mit großer Leidenschaft ihr Können. Das war heuer beim ersten Konzertabend im Saal des Rathauses am Samstagabend nicht anders.

Werke von bekannten und auch weniger bekannten oder vergessenen Komponisten waren beim ersten SRIMF-Meisterkonzert zu hören, vorwiegend Klavierstücke, ergänzt mit Geige und Gesang.
von Marielouise ScharfProfil

Mit hingebungsvollem Spiel und großartigem Ausdruck lieferten zwölf SRIMF-Künstler ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm. Werke von bekannten und auch weniger bekannten oder vergessenen Komponisten waren ausgewählt, vorwiegend Klavierstücke, ergänzt mit Geige und Gesang.

Die Amerikanerin Amy Beach zählt zu den bei uns wohl eher selten gespielten Komponisten. Beim Meisterkonzert wurde sie gleich mit zwei Werken vorgestellt: Romance für Violine und Klavier und „Ah, Love! But a day!“ für Violine, Klavier und Tenor. Noch weniger bekannt dürfte James Simon sein, ein „verlorener deutsch-jüdischer Komponist“, geboren 1880 in Berlin gestorben 1941 im KZ Auschwitz. Er komponierte Chorwerke, Kammermusik und Lieder. Drei sehr ergreifende Titel interpretierte Tenor Richard Novak mit Ausdruck in der Stimme, differenziert und ergreifend. Lynn Ledbetter (Geige), Rodrigo Robles de Medina und Antoniya Yordanova (Klavier) bewiesen bei diesen Stücken ebenfalls großes Können und Einfühlungsvermögen.

Johann Nepomuk Hummel (1778 – 1837), ein seinerzeit bedeutender, heute fast vergessener Meister, schrieb die Bagatelle Nr. 3 aus Opus 107. Mit dieser einfühlsamen Arbeit überzeugte May Phang am Klavier. Schon das Entree mit Alexander Glasunovs Klaviersonate op. 74, 1. Satz, gespielt von Duane Hulbert, ließ aufhorchen. Seine Qualität als sensibler Liedinterpret stellte Tenor Stephen Ng mit Henri Duparcs „L’invitatin au voyage“ und Richard Strauß „Cäcille“ unter Beweis. Die perlende Klavierbegleitung lieferte William Westney.

Zu den Komponisten mit Weltruf gehört Sergei Rachmaninow. Terese de Jong Pombo widmete sich einfühlsam, elegant und ohne Notenblattunterstützung dem Prelude in D-Dur op 23 Nr. 5. Auch Alexander Scriabin ist hochgeschätzt. Dmitri Novgorodsky nahm die Zuhörer bei der Klaviersonate Nr. 2 op. 19 mit auf die spannende Reise der musikalischen Wendungen. Träumerisch romantisch der Beginn, unglaublich dramatisch der stürmische Schluss. Ein grandioses Musikerlebnis, ganz frei mit intellektueller und emotionaler Kraft gespielt.

Populär und hochgeschätzt natürlich Frederic Chopins Klavierwerke. Mit technischer Perfektion, Raffinesse und Brillanz inszenierte Geraldo Teissonniére Bacarolle op. 60. Der enthusiastische Charme des Pianisten und seine technische Brillanz gewannen das Publikum im Handumdrehen. Beinahe andächtiges Staunen herrschte im gut besuchten Saal.

Für die virtuosen, emotional tief lotenden Interpretationen dankte das Publikum mit großem Applaus.

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