14.07.2019 - 14:49 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

"Stahlzeit" begeistert beim Stahlwerk-Festival in Sulzbach-Rosenberg

Bis 2002 wurde in der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg Stahl hergestellt. Beim ersten Stahlwerk-Festival zeigt sich, dass glühendes Metall nicht aus dem Hochofen kommen muss, sondern auch auf der Plaza davor produziert werden kann.

Von Corinna Groth

Mit einer Explosion kommt die Rammstein-Coverband "Stahlzeit" auf die Bühne des Stahlwerk-Festivals. Funken spritzen, und dann geht es los. Vom ersten Lied an geht das sonst oft so statische Oberpfälzer Publikum begeistert mit. Alle großen Rammstein-Hits werden gespielt. Von „Mutter“ über „Sonne“ und „Amerika“ bis zum aktuellen „Deutschland“.

Bora Öksüz' brutaler Bass, Thomas Buchbergers knallhartes Schlagzeug und die Gitarren von Mike und Matthias Sitzmann sind genauso stark wie beim Original. Aber eine authentische Interpretation der Songs reicht nicht aus. Wenn man Rammstein covert, steht und fällt alles mit der Stimme und dem Auftreten des Leadsängers. Und auch an diesem sensiblen Punkt passt es hundertprozentig: Heli Reißenweber klingt fast wie Rammstein-Frontmann Till Lindemann und sieht ihm noch dazu ähnlich.

"Stahlzeit" covert Rammstein perfekt

Auch die Bühnenshow bringt nicht nur reichlich Nebel und Licht, sondern auch die spektakulären Einlagen, für die Rammstein berühmt ist. Alle Hände sind bei „Haifisch“ oben, und als Keyboarder Ron Huber in das sturmgraue Schlauchboot steigt, lässt ihn das Publikum über die wogende Masse schweben. Richtig zur Sache geht es bei „Mein Teil“. Reißenweber, blutbespritzt und mit Metzgerschürze, jagt seine Bandkollegen über die Bühne, schließlich schießt er mit einem Flammenwerfer auf den riesigen Kessel, in dem ein Musiker endet. „Mein Herz brennt“, „Ohne dich“ und „Keine Lust – Mir ist kalt“ – immer ist die Metal Fork hochgerissen.

Der Konzertbericht vom zweiten Abend des Festivals

Sulzbach-Rosenberg

Bei „Du hast mich“ peitscht Reißenweber das Publikum erbarmungslos auf. Die Fans singen erst mit, dann skandieren sie den Refrain allein. Das ist so emotional, dass Heli Reißenweber seine Gänsehaut zeigt. Die sensationelle Location bietet den perfekten Hintergrund für die spektakuläre Feuershow, die den Vergleich mit dem Rammstein-Vorbild nicht zu scheuen braucht.

Stahlwerk-Festival: Flammen und Funkenregen auf der Bühne

Zwar ist die Bühne kleiner und sind die Flammen deshalb nicht so hoch, aber es sieht ja auch nicht eine ganze Arena zu. Bis in die letzten Reihen spürt man die Hitze der Flammenwerfer auf den Helmen. Die Feuerbälle, die aufsteigen, die brennenden Mikrofonständer, der Funkenregen, die bengalischen Feuer, all das ist praktisch zum Anfassen und ein unmittelbares Erlebnis, das ein größeres Konzert kaum bieten kann. Die geniale Pyro-Show findet ihre Fortsetzung im heftigen Gewitter mit Blitz und Donner, das zum Glück erst anfängt, als die letzte Zugabe schon fast zu Ende ist. Die entfesselten Naturgewalten sind eine würdige Ergänzung für den explosiven Auftritt von "Stahlzeit".

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