11.06.2018 - 14:19 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

IS-Verdächtiger: Nie auffällig

Die Mitglieder von "Sulzbach-Rosenberg hilft" haben den Schock nicht verdaut. Am Mittwoch ist ein Schützling der Flüchtlingshelfer wegen Terror-Verdacht festgenommen worden. Dabei war der Iraker in Deutschland nie auffällig.

HartlHans Lauterbach, Sprecher der Bürgerinitiative „Sulzbach-Rosenberg hilft!“
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Ein als mutmaßlicher IS-Terrorist verhaftete Iraker ist in seiner Zeit in Sulzbach-Rosenberg nicht negativ aufgefallen. Dies bestätigt Hans Lauterbach für den Arbeitskreis "Sulzbach-Rosenberg hilft". Die Helfer seien derzeit bemüht, Kontakt zu dem Iraker aufzunehmen und für anwaltliche Vertretung zu sorgen. "Dann muss man sehen, was ihm konkret vorgeworfen wird und was an den Vorwürfen dran ist", sagt Lauterbach.

Der 29-Jährige aus dem Irak soll seit mehr als zwei Jahren in der Stadt gelebt haben. "Er war normales Mitglied der Flüchtingsgemeinschaft von Sulzbach-Rosenberg", sagt Lauterbach. Der Sprecher von "Su-Ro hilft" hat den Verhafteten als "aufgeschlossen und bemüht" in Erinnerung. Der Mann sei zudem nicht als besonders religiös aufgefallen. "Er hatte keinen Bart oder trug seltsame Kleidung." Helfer des Arbeitskreises haben Kurse besucht, in denen es darum ging, Extremisten an ihrem Verhalten von regulären Flüchtlingen zu unterscheiden. "Der Mann hat in keiner Weise dem Kriterien entsprochen", sagt Lauterbach. Überhaupt fallen die Flüchtlinge in Sulzbach-Rosenberg dadurch auf, die Nase von jeglicher Religion voll zu haben.

Eine Einschätzung zum Fall lasse sich aber erst geben, wenn die konkreten Vorwürfe bekannt sind und Kontakt zum Asylbewerber besteht. Entsprechende Bemühungen laufen, allerdings sei dies für die Helfer schwer, zumal kein Verwandtschafts- oder Betreuungsverhältnis besteht.

Der Mann war vergangenen Mittwoch bei einem SEK-Einsatz in seiner dezentralen Flüchtlingsunterkunft festgenommen worden. Der Generalbundesanwalt wirft ihm vor, im Jahr 2013 für den Islamischen Staat aktiv gewesen zu sein. Die Pressestelle der Bundesanwaltschaft bestätigte, dass sich alle Vorwürfe auf Aktivitäten im Irak beziehen. Es gebe keine Hinweise, dass der Mann auch in Deutschland für die Terrororganisation aktiv gewesen sei. Am selben Tag ist auch in Kümmersbruck ein Iraker festgenommen worden. Dieser war den Mitgliedern des dortigen Helferkreises im Ort allerdings nicht weiter bekannt.

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