"Bissige" Pflanzenfresser: Nutztierhalter kritisieren Wolfsbeauftragten

Dass es schwer wird, beim Thema Wolf alle Interessen zu vereinen, zeigt die Reaktion einer Fleischrinder-Funktionärin auf das Interview eines Wolfbeauftragten. Die Ressentiments sitzen tief.

Erika Sauer (rechts) bei einer Rinderschau vergangenen Sommer, bei der auch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber anwesend war. Für die Interessen der Rinderzüchter kämpft Sauer derzeit auch gegen den Wolf.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Nicht nur dem Wolf auch dem Wolfsbeauftragten weht von Seiten der organisierten Tierhalter in der Oberpfalz rauer Wind ins Gesicht. Auf das Interview von Markus Martini bei Oberpfalz-Medien reagiert Erika Sauer jedenfalls eindeutig: „Wie groß schätzen Sie die Erfolgsaussichten eines Wolfsbeauftragten ein, der bei Betroffenen für die Akzeptanz eines Großraubtiers sorgen soll, wenn der von den Wünschen von Weidehaltern spricht, mit denen er noch nicht mal gesprochen hat?“, schreibt die Vorsitzende des Fleischrinderverbandes Bayern in einem Kommentar zu dem Artikel auf Facebook. . Dass Martini in dem Interview darauf hinweist, dass er selbst Schafe hält und bereits Gespräche mit Nutztierhaltern geführt hat und weitere plant, scheint für Sauer dabei ohne Bedeutung. Auf die Kritik angesprochen, gibt sich Martini zurückhaltend, will nicht näher darauf eingehen. Er werde weiter das Gespräch mit Viehzüchtern zu suchen, auch mit Erika Sauer.

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Kommentare

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Tobias Punzmann

Nach dem Interview mit dem Weidetierhalter und Wolfsbeauftragten war die Reaktion besorgter Weidetierhalter zu erwarten. Für diese hat der Wolf einen ähnlichen Stand wie der Migrant für den besorgten Bürger. Ein willkommener Sündenbock für irrationale, geschürte Ängste.

Wenn die Weidetierhalter einmal ganz nüchtern betrachten würden, wodurch die meisten Weidetiere ein vorzeitiges Ende nehmen, darunter der Wolf, freilaufende Haustiere, falsche Haltung, kontaminiertes Futter, Tierquäler, Verkehrsunfälle, um nur einige Gründe zu nennen, und dann damit beginnen, die wichtigsten Ursachen zuerst in den Griff zu bekommen, würde der Wolf noch lange seine Ruhe haben. Selbstverständlich muss der Staat die Weidetierhalter bei der Eindämmung der verschiedenen Gefahren unterstützen - aber zuallerletzt mit Abschussgenehmigungen für Wölfe.

20.02.2019