Tirschenreuth
15.03.2022 - 18:45 Uhr
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50 Menschen aus der Ukraine haben in Fockenfeld Essen und ein Dach über dem Kopf

Die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine sind erschöpft in Fockenfeld angekommen. Etwa 50 Personen, meist Frauen mit Kindern, bewohnen schon die Notunterkunft des Landkreises Tirschenreuth. Weiterer Wohnraum wird dringend gesucht.

Helfer vom BRK bereiteten in der Notunterkunft Fockenfeld vergangene Woche alles für die Ankunft der Flüchtlinge vor. Hier orientieren sich (von links) Konstantin Illmann, Florian Müller und Hermann Müller an den Zimmerplänen der weitläufigen Gebäude. Archivbild: jr
Helfer vom BRK bereiteten in der Notunterkunft Fockenfeld vergangene Woche alles für die Ankunft der Flüchtlinge vor. Hier orientieren sich (von links) Konstantin Illmann, Florian Müller und Hermann Müller an den Zimmerplänen der weitläufigen Gebäude.

"Der Betrieb ist sehr gut angelaufen", heißt es aus dem Landratsamt. "Das BRK leistet vor Ort hervorragende Arbeit." In der Notunterkunft, im Auftrag des Landkreises eilig in der ehemaligen Spätberufenenschule Fockenfeld hergerichtet, sind nach Auskunft von Pressesprecher Fabian Polster bislang 50 Menschen aus der Ukraine untergebracht. Der erste Bus aus dem Ankerzentrum Regensburg kam schon am Donnerstagnachmittag an. Besetzt war er mit 35 Leuten: 14 Frauen, 4 Männer, 5 Jugendliche und 12 Kinder unter 12 Jahren.

Aus Rücksicht auf die Flüchtlinge, die nach nervenaufreibenden Tagen und großen Strapazen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch etwas Ruhe finden sollen, ist die Unterkunft gut abgeschirmt. Mitarbeiter einer Security-Firma sind rund um die Uhr anwesend. Sie dienen zum Schutz der Bewohner, aber auch als Ansprechpartner. Der Aufruf an die Bevölkerung, nicht aus Neugierde nach Fockenfeld zu kommen und auch Hilfsangebote nicht direkt dort abzuliefern, fiel bislang auf fruchtbaren Boden.

Spendenbereitschaft überwältigend

Eine Liste mit den gefragtesten Sachen gibt es von Seiten des Landratsamtes nicht. "Wir arbeiten unter anderem eng mit der Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaft Mitterteich zusammen", verweist Fabian Polster auf Organisationen, die Sachspenden annehmen und vorsortieren. "Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist ungebrochen überwältigend." Aus Personalgründen werden in Fockenfeld weiterhin keine Hilfsgüter direkt angenommen.

Alle Hilfsangebote für die im Landkreis untergebrachten Ukrainer sollten mit dem Landratsamt abgesprochen werden – auch, wenn es derzeit etwas Verzug bei der Beantwortung gibt. Wer ehrenamtlich mitarbeiten oder Sachspenden einbringen möchten, kann sich per E-Mail an ukraine-hilfe[at]tirschenreuth[dot]de melden. "Allgemein ist zu Hilfstransporten zu bemerken, dass die Verhältnisse an den ukrainischen Grenzen bereits seit einiger Zeit schwierig sind", teilt das Landratsamt mit. "Die großen Hilfsorganisationen bitten, von privaten Initiativen abzusehen, die keinen direkten Ansprechpartner auf ukrainischer Seite haben. Sie können die Spendenströme direkt an den Grenzen logistisch nicht bewältigen."

Enorm ist die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. "Bei der Ausländerbehörde haben sich bislang etwa 230 Personen gemeldet, die privat untergekommen sind", gibt die Presseabteilung des Landratsamtes am Dienstag den aktuellen Sachstand weiter. Die Anzahl der aufgenommenen Personen und der Gemeindebereich sollten per E-Mail an auslaenderbehoerde[at]tirschenreuth[dot]de mitgeteilt werden. "Sobald die ukrainischen Flüchtlinge bei der Ausländerbehörde registriert sind, erhalten sie eine sogenannte Fiktionsbescheinigung", schreibt Fabian Polster. Damit können beim Sozialamt Asylbewerberleistungen beantragt werden. Dazu gehören der Regelsatz und Leistungen bei Krankheit. "Sollten Unterkunftskosten anfallen, können sie ebenfalls beim Sozialamt geltend gemacht werden, soweit sie angemessen sind."

120 Schlafplätze

Etwa 120 Schlafplätze sind in Fockenfeld vorbereitet. Diese Unterkunft bietet viele abgeschlossene Zimmer mit Nasszelle. Das ist für die Privatsphäre der Bewohner ein großer Vorteil. Doch diese Sammelunterkunft wird nicht reichen. "Derzeit sind weitere Plätze für Notfallunterbringungen in Planung. Wo diese genau eingerichtet werden, steht jedoch noch nicht fest", schreibt das Landratsamt auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Die Vermutung liegt nahe, dass wie 2015 auch wieder größere Hallen im Landkreis benötigt werden, um den Menschen aus dem Kriegsgebiet eine erste Zuflucht zu bieten.

Bildergalerie
Fockenfeld bei Konnersreuth09.03.2022

"Derzeit sind weitere Plätze für Notfallunterbringungen in Planung."

Fabian Polster, Sprecher des Landratsamtes

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