Vom 18. bis 26. Juni feiert das Bistum Regensburg seinen Patron, den heiligen Wolfgang. Zum ersten Mal sollen die Feierlichkeiten nicht ausschließlich in Regensburg stattfinden, sondern auch in einer der acht Regionen des Bistums. Als Ort wurde Tirschenreuth ausgewählt.
Wie Stadtpfarrer Georg Flierl erklärt, ist der Namenstag des Heiligen eigentlich der 31. Oktober. Doch an diesem Datum rückt in den Pfarreien der Gräbergang an Allerheiligen in den Vordergrund. Deshalb sei im Juni, in dem auch die Priesterweihe stattfindet, für die Wolfgangswoche im Bistum ein anderer Termin gefunden worden.
In den Jahren vor der Pandemie seien die Feiern in Regensburg von den entfernteren Pfarreien aber weniger besucht worden. Um das Anliegen neu zu beleben, sei die Idee entstanden, einen Teil der Wolfgangswoche hinaus in die Regionen des Bistums zu verlagern. Dieser Versuch sollte 2020 erstmals gestartet werden – zum Zuge für die ersten Regionalfeiern der Wolfgangswoche kam die nördlichste Region, das heutige Dekanat Tirschenreuth-Kemnath-Wunsiedel.
Einladung an 60 Pfarreien
„Für unsere Planungen kam uns Corona in die Quere“, sagt Flierl über den dritte Anlauf für die Wolfgangswoche in Tirschenreuth. „Wir haben die Vorbereitungen immer wieder aufgewärmt. Heuer wollen wir sie auch endlich umsetzten“, betont Pfarrgemeinderatssprecherin Edith Schön. Neuer Termin für die Regionalfeiern ist von von Samstag bis Dienstag, 18. Juni bis 21. Juni. „Wir werden die Wolfgangswoche unter den gegebenen Umständen durchführen so gut es eben geht“, ergänzt Flierl. Die derzeitigen Lockerungen der Corona-Einschränkungen stimmen das rund 15-köpfige Organisationsteam positiv.
Doch auch jetzt seien die Planungen schwierig. „Der ursprüngliche Plan für die Feierlichkeiten wird so wahrscheinlich nicht zum Tragen kommen“, sagt der Stadtpfarrer. Besonders die Kirchenchöre und Musikgruppen konnten während der Pandemie nicht oder nur wenig proben. „Die hatten jetzt überhaupt keinen Vorlauf für die Vorbereitungen“, erklärt Flierl.
Die Einladungen an die rund 60 Pfarreien des Dekanats werden noch vor Ostern verschickt. „Wir haben keine Vorstellung, wie viele Leute zusagen, wie viele Pfarrer teilnehmen, wie viele Ministranten“, sagt Flierl. Auch ob die Vereine und Gruppen, die 2020 schon zugesagt haben, noch dabei sind, können die Planer nicht sagen. „Es gibt viele Unwägbarkeiten“, merkt der Stadtpfarrer an. Bis Mitte Mai wollen die Organisatoren hier mehr wissen.
Die Hoffnungen, wer alles dabei sein wird, haben die Planer allerdings zwangsläufig heruntergefahren. „Auch wenn nun wieder mehr möglich ist, sind viele Menschen noch sehr vorsichtig“, sagt Schön. Anfangs rechneten die Organisatoren mit rund 5000 Teilnehmern. „Die hätten wir nicht in der Kirche untergebracht“, erklärt die Pfarrgemeinderatssprecherin. Deshalb finde die Auftaktfeier auch am Marktplatz statt – bei jedem Wetter. Zum Pontifikalgottesdienst am Samstagabend um 19 Uhr werden Bischof Rudolf Voderholzer, alle Weihbischöfe und das gesamte Domkapitel und Priester aus der Region in Tirschenreuth erwartet. Eingeladen sind zudem Vereine und Verbände mit Fahnenabordnungen, Ministranten und alle Gläubigen.
Schrein kommt zum zweiten Mal
Höhepunkt wird sein, dass der Schrein des heiligen Wolfgang mit den sterblichen Überresten von Regensburg nach Tirschenreuth überführt wird. Schön weiß, dass dieser in einem Leichenwagen in die Kreisstadt transportiert wird. Im Wagen müsse eine bestimmte Temperatur herrschen. Und es sollte nicht regnen, denn der Schrein darf nicht nass werden. In die Aktion ist auch das Denkmalamt involviert. Um den Transport kümmert sich das Bistum.
1994 – zum 1000. Todestag des Bistumspatrons – wurde der Schrein des heiligen Wolfgang, der gewöhnlich in der Krypta unterhalb der Basilika St. Emmeram aufgebahrt ist, in den Pfarreien des Bistums gezeigt. Nach 28 Jahren wird der Wolfgangsschrein damit bereits das zweite Mal nach Tirschenreuth gebracht. Vier Tage ist er in der Stadtpfarrkirche zu sehen. Während dieser Zeit besteht für die Gläubigen die Möglichkeit zum stillen Gebet am Schrein, sagt Flierl.
Schnitzeljagd und Nachtgebete
Bei den Feierlichkeiten ist für alle Altersgruppen etwas dabei, betont Schön. Um die verschiedenen Musikgruppen beim Nachtgebet kümmert sich Regionalkantor Stephan Merkes aus Wunsiedel. Eingebunden sind etwa die Jugendstellen der beiden Dekanate. Sie organisieren Stationen der Stille sowie eine digitale Schnitzeljagd zum heiligen Wolfgang.
Auch Schulen, Kindergärten, Vereine und Verbände sind eingespannt. „Da wir die erste Region sind, die den Regionalteil veranstaltet, haben wir schon den Anspruch, das gut zu machen“, sagt Schön. „Es ist wirklich spannend und eine große Herausforderung, aber auch schön, weil wir die ersten sind, die einen Maßstab vorgeben.“
Veranstaltungen zur Wolfgangswoche 2022 in Tirschenreuth
- Samstag, 18. Juni: Eintreffen des Schreins, Pontikfikalgottesdienst, Nachtgebete von Chören beider Dekanate
- Sonntag, 19. Juni: Messe auf dem Marktplatz, Kindersegnung, „Actionbound“ (digitale Schnitzeljagd) zum heiligen Wolfgang durch Tirschenreuth, Wolfgangsvesper
- Montag, 20. Juni: Angebot für Schulen zum Schrein in die Kirche zu kommen, Messfeier zum Kapiteltag, Vortrag von Msgr. Thomas Schmid zur Neuevangelisierung
- Dienstag, 21. Juni: Verabschiedung des Schreins



















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