München
28.12.2018 - 14:43 Uhr

„In der unverfälschten Tradition der Volkssänger“

Neue Folge der „Brettl-Spitzen“ des BR an Neujahr – Interview mit Moderator Jürgen Kirner

Moderator Jürgen Kirner Bild: brb
Moderator Jürgen Kirner
Jürgen Kirner Bild: stg
Jürgen Kirner

Die „Brettl-Spitzen“ kehren am kommenden Dienstag (Neujahr) zurück ins Bayerische Fernsehen (20.15 Uhr). Zum mittlerweile achten Mal läuft die Sendung, die ein aktuelles, musikalisches sowie satirisches Lebensgefühl im Freistaat widerspiegelt und dieses Gefühl auch in allen Facetten zeigt – nämlich traditionsbewusst und heimatverbunden, aber auch jung und unverbraucht sympathisch, mit immer wieder neuen Aspekten. Die Kulturredaktion hat sich mit Moderator Jürgen Kirner, Gründungsmitglied der „Couplet-AG“, unterhalten.

ONETZ: Die „Brettl-Spitzen“ werden seit 2013 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. Ganz kurz erklärt: Was ist ein Brettl?

Jürgen Kirner: Frei nach dem Motto „Dem Volk auf's Maul gschaut“, beinhaltet ein Brettl-Programm nicht nur deftige Couplets, stimmungsvolle Wirthauslieder sowie würzige Satire serviert in Form von Sketchen, Szenen und Monologen, sondern auch beste Unterhaltung in der unverfälschten Tradition der Volkssänger.

ONETZ: Angekündigt wird die Sendung auch als „Volkssänger-Revue“. Bei Volkssänger denke ich zuerst einmal – ganz historisch - an Karl Valentin, an den Roider Jackl oder an den Weiß Ferdl. Was macht den zeitgenössischen Volkssänger aus?

In Verbindung mit neuen, aktuellen Texten bilden Couplets ein ideales Transportmittel für beißende Satire und Hinterfotzigkeiten - anknüpfend an die große Tradition der Münchner Volkssänger. Die musikalischen Kommentare der heutigen Volkssänger zum Zeitgeschehen stehen ungebrochen, genau wie damals, neben ungehemmter Belustigung. Die große Politik dient dabei ebenso als Zielscheibe wie der kleinbürgerliche Alltag. Das ist volksnahe Unterhaltung auf hohem künstlerischem Niveau im 21. Jahrhundert.

ONETZ: Die neue Ausgabe läuft am 1. Januar um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Ein Schwerpunkt der Sendung wird die Oberpfalz sein mit Gästen wie Marion Schieder, „Die Fexer“ aus Berngau (Landkreis Neumarkt) sowie die „Zwoa Schneidigen“ aus Georgenberg (Landkreis Neustadt an der Waldnaab). Sie stammen ja selber auch aus der Oberpfalz: Was also zeichnet die Oberpfälzer (Klein-)Kunst aus?

Sie ist wie ihre Menschen selbst sehr authentisch, verbunden mit ungemeinem Charme. Die jungen Talente sind vielfältig, äußerst kreativ und zeitgeistig, aber dennoch mit viel Bodenhaftung beschenkt. In der Oberpfalz ist eben die Wirtshauskultur daheim. Die Oberpfälzer Kleinkünstler und Volkssänger haben zudem einen wachen Blick auf die Gesellschaft und statten, auch dank ihres wunderbaren Dialekts, die dargestellten Typen auf der Bühne mit viel Farbig- und Lebendigkeit aus.

ONETZ: Mit Ihrer „Couplet-AG“ haben Sie in diesem Jahr den „Dialektpreis Bayern“ erhalten. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung 25 Jahre nach Gründung der Couplet-AG?

Ehrungen und Preise sind grundsätzlich etwas Schönes! Zudem Anerkennung und Lohn für Arbeit. Dialekt ist die höchste Form des sprachlichen Ausdrucks und enorm wichtig für Land und Leute. Im Grunde meines Herzens bin und bleibe ich immer Oberpfälzer, obwohl ich seit über 30 Jahren in München lebe, und das soll und darf man auch auf der Bühne beziehungsweise im BR hören, „wenn i redn daou“.

 
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