(jum/dpa) Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verlieh ihnen die Auszeichnung am Mittwoch in München. 64 Persönlichkeiten wurden bei dem Festakt in der Residenz gewürdigt, darunter auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und Bayerns IG-Metallchef Jürgen Wechsler. Söder lobte das herausragende Engagement der neuen Ordensträger: "Die Persönlichkeiten, die wir heute ehren, sind Vorbild und Kraftquell für unser Land." Auch der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, zollte ihnen Anerkennung. Sie seien Menschen mit einer Vorbildfunktion, die mithelfen könnten, dass die sozialen, geistigen und kulturellen Wurzeln des Landes nicht verdorrten, sagte er in seinem Festvortrag.
Mit dem Verdienstorden zeichnete Söder aus der Oberpfalz die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl aus Altenstadt/WN aus. Söder würdigte deren langjähriges kommunalpolitisches Engagement und ihre frühere Tätigkeit als stellvertretende SPD-Landesvorsitzende. Als beispielhaft bezeichnete er Karls Einsatz für Kinder und Jugendliche. So habe sie bereits 1995 die Elterninitiative Kinderbetreuung Altenstadt gegründet, die Modellcharakter für die Oberpfalz gehabt habe. Eine Herzensangelegenheit sei Karl zudem der Erhalt der "Mutter-Anna-Kirche" im Neustädter Ortsteil Mühlberg gewesen.
Eher im Verborgenen agierte Anna-Maria Müller aus Freihung (Kreis Amberg-Sulzbach). Beginnend im Alter von 18 Jahren pflegte sie von 1978 bis 2016 vier nahe Angehörige, darunter Vater und Mutter. Müller habe sich "außerordentlich für ihre Familie eingesetzt und eigene Bedürfnisse hintangestellt", würdigte Söder. In manchen Phasen habe sich Müller "fürsorglich und aufopferungsvoll" um die zum Teil schwer erkrankten und bettlägrigen Menschen gekümmert, so dass diese bis ihrem Tod im Kreise der Familie hätten bleiben können. "Anna-Maria Müller ist ein Beispiel für gelebte Nächstenliebe und in besonderem Maße würdig, mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet zu werden", hieß es in ihrer Laudatio.
Ebenfalls mit dem Verdienstorden ausgezeichnet wurden der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Oberpfälzer Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Bei Löffler ging Söder auf dessen Einsatz für die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit und sein vielfältiges kulturelles und soziales Engagement ein. Mit seinem Bemühen um die Brauchtums- und Kulturpflege in der Oberpfalz und die Völkerverständigung im geeinten Europa habe sich Löffler hervorragende Verdienste um den Freistaat erworben. Dem seit 2012 als Bischof in Regensburg wirkenden Voderholzer lobte Söder für dessen beispielhaftes seelsorgerisches und wissenschaftliches Wirken. Er habe sich in verschiedenen Positionen der katholischen Kirche weit über das normale Maß hinaus engagiert.
Der Verdienstorden wird verliehen "als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk", wie es im Gesetz von 1957 heißt. Darin ist auch festgelegt, dass die Zahl der lebenden Ordensträger auf 2000 begrenzt ist.
27.06.2018 - 21:33 Uhr
Verdienstorden für Oberpfälzer
von Jürgen Umlauft
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