Veröffentlichung des Videos "absolut unverantwortlich"

Die Christchurch-Berichterstattung hat "Bild" Ärger beschert. Im Netz wird heftige Kritik geäußert.

Eine Polizistin kniet am Ort einer Mahnwache im Hagley Park, in der Nähe der Al-Nur-Moschee in Christchurch.
von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

Weil "Bild.de" auf seiner Homepage Teile aus dem Video des Christchurch-Attentäters gezeigt hat, ist das Boulevard-Blatt im Netz scharfer Kritik ausgesetzt. Darüber berichtet "Meedia", der Online-Branchendienst zu Medienthemen.

Demnach warnt der "Spiegel" in einem Kommentar davor, "Komplizen in einem Krieg" zu werden, in dem die Bilder wichtiger geworden seien als die Opfer. Die "Hamburger Morgenpost" habe in ihrer gedruckten Ausgabe komplett auf Bilder von der Tat verzichtet.

Nachfolgend eine Reihe von Stimmen, die "Meedia" zitiert:

"Focus"-Redakteur Dirk Adam: "Damit schafft man mit dem Bewegtbild die Öffentlichkeit in den Medien, die der Killer wollte. Absolut unverantwortlich."

Zeitungswissenschaftlerin Samira El Quassil zur Rechtfertigung von "Bild"-Chef Julian Reichelt: "Diese ganze Erklärung ist wirklich so quatschig fadenscheinig wie einer, der beim Fremdgehen erwischt wurde und jetzt dem Betrogenen versucht, rational zu erklären, dass er das nur zum Wohl des Betrogenen gemacht hat, rein aus redlichem Pflichtbewusstsein."

ARD-Journalist Gábor Halász": "Solche Videos verstärken den Terror millionenfach. ,Bild' weiß das und zeigt sie trotzdem."

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