26.08.2018 - 22:47 Uhr
Deutschland & Welt

"Verschon' mein Land, schick Migranten ins Nachbarland"

Matteo Salvini (Mitte), Innenminister von Italien, hört dem Kapitän eines Schiffes der italienischen Marine zu, der ihm auf der Brücke des Schiffes in der Marinebasis von Tripolis die Aufgaben erklärt.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Italiens Innenminister Matteo Salvini taugt zum europäischen Trump. Für seine wachsende Schar an politischen Gegnern - von den Linken bis zum Papst - ist er die Verkörperung amoralischer Skrupellosigkeit. Seine Fans aber - Wutbürger in ganz Europa - freuen sich schon auf die nächste Provokation: Ermittlungen wegen Amtsmissbrauch und Freiheitsberaubung nennt er ganz im Stile Berlusconis eine "Ehrenmedaille".

Salvini lässt Häfen für Migranten schließen: Bei jedem Schiff, das auf den Stiefel zusteuert, führt der Parteichef der Lega Nord das gleiche Stück auf: Keiner geht von Bord, bis sich andere Staaten bereiterklären, Passagiere aufzunehmen. So auch beim Rettungsschiff "Diciotti" der italienischen Küstenwache mit 177 Menschen an Bord. "Wären es Hunde, wäre der Tierschutz eingeschritten", bringt Francesco Montenegro, Erzbischof von Agrigent, Katholiken gegen Salvini auf.

In Wirklichkeit setzt der Prophet des Untergangs - sein politisches Geschäftsmodell ist die Angst - knallhart um, was andere lieber im Stillen betreiben: "O heiliger Martin von Tours, Patron der Flüchtlinge, verschon' mein Land, schick sie ins Nachbarland." Salvini führt das Dublin-Abkommen ad absurdum - das Management der Flüchtlingskrise kann nur als EU-Gemeinschaftsaufgabe gelingen.

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