In vielen auch in Bayern verkauften Lebensmitteln finden sich Rückstände von Mineralölen. Sie stammen vermutlich vor allem aus Schmierstoffen der zur Herstellung verwendeten Maschinen oder gehen aus Kunststoffverpackungen auf die Lebensmittel über. Das geht aus der Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der Landtags-Grünen hervor. Demnach wurden in den vergangenen drei Jahren vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) insgesamt 194 Lebensmittelproben auf Rückstände von Mineralölen untersucht, in fast allen wurden solche gefunden. Die Grünen fordern nun weitergehende Untersuchungen und eine Strategie zur Verringerung der Einträge.
Für die Belastung mit Mineralölrückständen in Lebensmitteln gibt es derzeit keine rechtlich verbindlichen Grenzwerte, weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene.
Kichererbsenmehl und verpackter Käse
Nach Angaben des Umweltministeriums werden zur Beurteilung einer möglichen Gesundheitsgefährdung - aromatisierte Mineralölkohlenwasserstoffe gelten als möglicherweise krebserregend - nationale Orientierungswerte herangezogen, die durch eine Projektgruppe aus Vertretern von Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder und Vertretern der involvierten Wirtschaftskreise für verschiedene Lebensmittelgruppen abgeleitet wurden.
Beim Großteil der in Bayern untersuchten Proben lag die nachgewiesene Menge an Mineralölrückständen unterhalb oder im Rahmen dieser Orientierungswerte. Ausreißer waren ein Kichererbsenmehl und ein verpackter Käse mit deutlich überhöhten Werten. Auch Speiseöle und -fette lagen an oder knapp über dem für diese Produktgruppe vorgeschlagenen Orientierungswert.
Zu der in der Anfrage der Grünen spezifisch gestellten Frage nach Belastungen in Adventskalendern und Schoko-Nikoläusen konnte das Ministerium keine Auskunft geben, da diese in den vergangenen Jahren "kein Untersuchungsziel" bezüglich der Mineralölrückstände gewesen seien.
Ministerium sieht keinen Handlungsbedarf
Die Grüne Verbraucherschützerin Rosi Steinberger beruhigen die Ergebnisse nicht. "Mineralölrückstände haben in unseren Lebensmitteln nichts zu suchen", betonte sie. Der Staat dürfe diesen Missstand "nicht klein reden", sondern müsse nach den Ursachen forschen. In einem Landtagsantrag fordern die Grünen nun, die Eintragsquellen von Mineralölverunreinigungen vor allem in Milchprodukte besser zu erforschen und Minimierungskonzepte zu entwickeln.
Das bayerische Umweltministerium sieht derzeit keinen weiteren Handlungsbedarf. Man habe die in Bayern ermittelten Daten an die zuständigen Institutionen zur Erarbeitung allgemeiner Orientierungs- oder Grenzwerte sowie von Minimierungskonzepten weitergeleitet.













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