08.05.2020 - 17:33 Uhr
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Viertklässler: Zurück in die Schule, aber nicht in den Alltag

Am Montag beginnt die zweite Phase der Schulöffnungen in Bayern. Jetzt sind die vierten Klassen dran. Eine Rückkehr mit vielen Auflagen.

Mit einem Schild "Willkommen zurück" begrüßt eine Lehrerin die Viertklässler in einer Grundschule. Schleswig-Holstein öffnet die Schulen für die 4. Klassen an Grundschulen, am Montag ist es in Bayern soweit.

Der Präsenzunterricht startet für die "Vorabschlussklassen" der weiterführenden Schulen und die 4. Klasse der Grundschule am Montag. Eine Rückkehr zur Normalität vor der Coronakrise wird das aber nicht, wie Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) betont. Aus Infektionsschutzgründen gelten strenge Hygienevorschriften - unter anderem Maskenpflicht auf dem Schulgelände außerhalb des Unterrichts - und Abstandsregeln, zudem findet nur eingeschränkter Unterricht statt. Die Einzelheiten hat das Kultusministerium in amtlichen Schreiben an die Schulen bekannt gegeben. Hier die wichtigsten Bestimmungen: 4. Klasse:

Tägliches Unterrichtsangebot im Umfang von drei Unterrichtsstunden, also 15 Stunden pro Woche. Kein Nachmittags- oder Samstagsunterricht. Maximale Gruppengröße 15 Kinder, größere Klassen werden halbiert und in separaten Klassenzimmern unterrichtet. Die Aufteilung regelt die Schule. Die Schüler sitzen an Einzeltischen, Mindestabstand in alle Richtungen 1,50 Meter. Je nach räumlichen Begebenheiten müssen dafür auch Gruppen mit weniger als 15 Kindern geteilt werden.

Der Unterricht erfolgt im Regelfall durch die Klassenlehrkraft, außer sie gehört einer Risikogruppe an, deren Betroffene bis Pfingsten vom Präsenzunterricht befreit sind. In Fällen, in denen geteilte Klassen aus organisatorischen Gründen zeitgleich unterrichtet werden müssen, wird eine Gruppe von einer anderen Lehrkraft übernommen.

Unterricht vor allem in Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachkunde. Andere Fächer können durch fächerübergreifende Themensetzung einbezogen werden. Sport sowie gruppenbezogenes Werken und Gestalten entfallen. Bis zu den Pfingstferien soll vor allem bereits vermittelter Stoff wiederholt und vertieft werden. Danach erfolgt die Vermittlung wichtiger Kompetenzen für die nächsthöhere Jahrgangsstufe.

Für Schüler aus Risikogruppen sowie aus Haushalten, in denen Personen aus Risikogruppen leben, besteht bis Pfingsten keine Präsenzpflicht. Sie werden weiter per "Lernen zu Hause" beschult. "Vorabschlussklassen":

Auch hier gilt die maximale Gruppengröße von 15. Die Q11-Jahrgänge am Gymnasium zum Beispiel werden dafür in Gruppen aufgeteilt, die im wöchentlichen Wechsel in Präsenz- und Heimunterricht beschult werden. Für die erste Woche ab dem 11. Mai gilt zumeist eine abweichende Regelung aus täglichem oder zweitäglichem Wechsel.

Der Präsenzunterricht erfolgt grundsätzlich nach dem schon vor Corona gültigen Stundenplan, Anpassungen sind möglich. Ziel ist, die für das Kurshalbjahr 11/2 vorgesehenen Inhalte weitgehend zu behandeln. Es entfällt jedoch der Unterricht in Sport, sowie in Fächern, in denen an der jeweiligen Schule keine Abiturprüfung möglich ist. Die W- und P-Seminare sollen möglichst digital betreut werden.

Im Kurshalbjahr 11/2 werden keine Klausuren mehr geschrieben, "kleine Leistungsnachweise" sind im Einzelfall möglich. Die Semesternote setzt sich aus einer Hochrechnung der Vorleistungen im Semester 11/1 und/oder in 11/2 erhobenen Leistungen zusammen. In die Abiturnote fließt das jeweils bessere Ergebnis ein. Schüler können freiwillig Ersatzprüfungen beantragen, deren Ergebnis dann aber bindend ist. Auch in den Vorabschlussklassen der Mittel- und Realschulen sollen keine Klausuren mehr geschrieben werden, kleine Leistungsnachweise sind aber möglich. Grundsätzlich sollen die Zeugnisnoten aus den bisher erbrachten Leistungen errechnet werden.

Ab dem 18. Mai folgen die 1. Klasse sowie die 5. und 6. Klassen der weiterführenden Schulen (Mittel- und Förderschule nur 5. Klasse). Für sie gelten im Prinzip die gleichen Präsenz- und Unterrichtsregeln wie schon für die 4. Klasse. Lediglich für die 1. Klasse können die Schulen selbst darüber entscheiden, ob die Kinder täglich oder im täglichen bzw. wöchentlichen Wechsel Präsenzunterricht haben. Das Kultusministerium empfiehlt den wöchentlichen Wechsel mit dem "Lernen zu Hause".

Ebenfalls ab dem 18. Mai soll es für die 2. und 3. Klassen ein "pädagogisches Begleit- und Gesprächsangebot" zum "Lernen zu Hause" geben. Die Nutzung ist freiwillig, über Art und Umfang entscheiden die Schulen. Es kann digital, aber auch (in Kleingruppen) an den Schulen angeboten werden. Die 2. und 3. Klassen sollen nach gegenwärtiger Planung am 15. Juni an die Schulen zurückkehren. Das aber hängt vom weiteren Infektionsgeschehen ab. In diesem Fall muss voraussichtlich aus Kapazitätsgründen der Unterricht für Viertklässler auf wöchentlichen Schichtbetrieb umgestellt werden.

Die Notfallbetreuung für alle dafür berechtigten und zu Hause beschulten Kinder (auch für die im Wechselschichtbetrieb) bleibt bestehen. An Unterrichtstagen gilt sie auch für die wegen der Stundenzahlkürzungen unterrichtsfreien Zeit am Vormittag.

Lehrerverband zu den Schulöffnungen

Oberpfalz
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