13.03.2020 - 14:37 Uhr
VilseckDeutschland & Welt

Kunstmission erfüllt

Mit ihrem grenzüberschreitenden Projekt "Verbinden und Zusammenwachsen" haben tschechische und bayerische Künstler in den letzten zwei Jahren kreative Zeichen gesetzt. Die Bilanz ist nun als Wanderausstellung in Vilseck zu sehen.

von Anke SchäferProfil

Die Idee dahinter ist so einfach wie bestechend: Deutsche und tschechische Künstler lernen sich kennen, arbeiten hüben wie drüben gemeinsam an Landschafts-Kunstwerken und knüpfen quasi wie nebenher ein zukunftsfähiges Netzwerk. Schöner Bonus dabei: Die faszinierenden Objekte, die seither nicht nur die Vilsaue in Vilseck bereichern.

Ideenreich aufgewertet sind auch das Gelände rund um das aufgelassene Dorf Bügellohe (Stadt Schönsee) sowie der Park um Burg und Schloss Klenová in Tschechien. Geleitet wurde das Projekt von der Galerie Klatovy/Klenová im partnerschaftlichen Verbund mit dem Centrum Bavaria Bohemia Schönsee, der Stadt Vilseck und der Ladislav-Sutnar-Fakultät für Design und Kunst Pilsen. Unterstützt haben unter anderem der Europäische Fonds für regionale Entwicklung und "Ziel ETZ 2014-2020 Tschechische Republik-Bayern".

Bilateraler Austausch

Neben diversen Vorträgen, Workshops und "LandArt"-Aktionen, etwa mit Professor Jiří Beránek und seinen Studenten, haben vor allem die beiden Symposien mit den bildenden Künstlerinnen Hanna Regina Uber (Aschach), Herta Wimmer-Knorr (Kallmünz), Tereza Fiserova (Pilsen) und Kateřina Kubalová (Prag) dem bilateralen Austausch ein Gesicht gegeben. 2018 hoben sie in zehntägiger Arbeit vor Ort in Klatovy/Klenová ihre Objekte "Digital Dawn", "Ich bin nicht Paula", "Objekt 421" und "Ulme" aus der Taufe. Ein Jahr später dann das Wiedersehen in Vilseck, wo in 14-tägiger Arbeit "Taucher", "Flaschenpost", "Umgestürzte Vertikale" und "Quercus & Tilla" entstanden sind.

Zahn der Zeit sehr erwünscht

Professionelle Fotos dieser acht Kunstwerke sind natürlich Bestandteil der ab Sonntag geöffneten Wanderausstellung in der Burg Dagestein in Vilseck. Insgesamt haben sich dort 16 "LandArt"-Portraits versammelt - aufgenommen jeweils in der Phase ihrer Fertigstellung und Präsentation. Dass draußen vor Ort die Naturgewalten und der Zahn der Zeit mittlerweile das Ihre zur Kunst beigetragen haben, ist nicht nur normal, sondern sogar sehr erwünscht.

Ebenfalls in der Ausstellung vorgestellt wird der exklusive, gebundene Katalog, wie die Ausstellung selbst konzipiert von der Ladislav-Sutnar-Fakultät Pilsen. Darin finden sich alle Kunstwerke und Aktivitäten rund um "Verbinden und Zusammenwachsen - von Land zu Land" aus den verschiedensten Blickwinkeln. Darüber hinaus kommen die Verantwortlichen und Beteiligten selbst zu Wort, Projektpartner und Künstler werden ausführlich vorgestellt.

Vernissage muss ausfallen

Ein kleiner Wermutstropfen trübt nun allerdings doch noch in letzter Minute die Freude über den feierlichen Abschluss: Die Vernissage musste abgesagt werden, die rigiden Corona-Reisebeschränkungen hindern die tschechischen Partner an der Teilnahme in Vilseck, bedauern die Vilsecker Koordinatorinnen Adolfine Nitschke und Dorothee Schulze Zumhülsen.

Aber vielleicht kann das beim musikalischen Ausklang am Freitag, 24. April nachgeholt werden. Dann setzt das mit Philipp Stauber (Gitarre), Till Martin (Saxophon), Henning Sieverts (Bass, Cello), Bastian Jütte (Schlagzeug) hochkarätig besetzte Jazz-Quartett einen letzten, beschwingten Haken unter die länderübergreifende Kunst-Kooperation.

Zur Ausstellung:

Die für Samstagabend um 19 Uhr geplante Vernissage der Wanderausstellung "Verbinden und Zusammenwachsen - von Land zu Land", wurde abgesagt.

Die Ausstellung in der Burg Dagestein selbst bleibt allerdings unverändert geöffnet vom 15. März bis 26. April an Sonn- und Feiertagen, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Das Abschlusskonzert mit dem Philipp-Stauber-Quartett findet am Freitag, 24. April um 20 Uhr in der Burg Dagestein statt. (aks)

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