Der fitteste Firmenchef der Oberpfalz hat viel vor: Um Punkt 8.16 Uhr geht Josef Reger an diesem Freitag in Aachen auf die Reise. Der Chef des gleichnamigen Bauunternehmens mit Sitz in Vohenstrauß fährt dann mit seinem Rennrad 800 Kilometer immer Richtung Osten bis Görlitz – den Zielort des "Race Across Germany". Der Name ist dabei Programm: Das Rennen führt einmal quer durch Deutschland.
Und diese Herausforderung ist für den 59-jährigen Reger nur eine Art Aufgalopp. "Mein Trainer meinte, ich soll mich vorab testen." Der echte Jahreshöhepunkt folgt dann im Juli mit dem "Three Peaks Bike Race", einem Ultra-Radrennen, das über mehr als 2000 Kilometer von Wien nach Nizza und so einmal quer von Ost nach West durch die Alpen führt. Wie beim "Race Across Germany" steht es den Sportlern dabei frei, wann sie eine Erholungspause einlegen und wann sie im Sattel sitzen.
Gute Einteilung ist wichtig
Es gehe darum, sich das Rennen und seine Kraft gut einzuteilen, erklärt Reger seine Strategie. Wie lange fährt man, wann ist es sinnvoll sich auszuruhen und neue Kraft zu sammeln? Vor dieser Frage steht Reger dann und auch an diesem Freitag alleine, denn er hat sich beim Rennen durch Deutschland für die härteste Variante entschieden: "Unsupported – ohne Unterstützung". Der Böhmischbrucker wird also ohne Begleitauto unterwegs sein und seine gesamte Ausrüstung selbst mit sich führen müssen. Auch das gehört zur Generalprobe: Beim "Three peaks Race" ist ebenfalls keine Unterstützung von außen erlaubt.
Der Bauunternehmer hat schon in den vergangenen Jahren immer wieder mit "verrückten" Radsport-Projekten auf sich aufmerksam gemacht. Im vergangenen Jahr fuhr er zum Beispiel von Vohenstrauß aus ganz alleine in 14 Etappen ans Nordkap. Im Schnitt waren das damals fast 230 Kilometer pro Tag. Reger weiß aber, dass solche Nonstop-Rennen nochmals eine andere Herausforderungen bedeuten. "Ich hab schon ein etwas flaues Gefühl im Magen", gibt er zu. Um dann gleich anzufügen, dass er genau diese Herausforderungen suche, dass er körperliche Grenzen ausreizen will, und auch die für den Kopf.
Wobei sich Reger um eben diesen Kopf, weniger Sorgen macht: "Man sagt mir ja nach, dass ich einen ziemlich starken Willen habe", erklärt der gelernte Maurermeister und schmunzelt dabei. Wenn er sich etwas vornehme, setze er es ohne zu zweifeln um. "Auf meiner Tour zum Nordkap, gab es einige schwierige Momente, aber ans Aufhören hab ich niemals gedacht." Sofern also der Körper und die Gesundheit mitspielen, ist Reger zuversichtlich.
Vorerst kein Kaffee mehr
Sportlich habe er sich gut vorbereitet, mit seinem Trainer Wolf-Thorsten Witt ein Programm erarbeitet, dass er gut in seinen Unternehmer-Alltag integrieren konnte. Mehr als 8000 Radkilometer hat Reger in diesem Jahr bereits gesammelt. Hinzu komme Krafttraining, um die nötige Stabilität auf dem Rad zu finden. Dabei zahle sich aus, dass Reger in den vergangenen Jahren Wert darauf gelegt hat, dass sein Betrieb mit 160 Mitarbeitern und 30 Millionen Euro Jahresumsatz unabhängig von seiner Person funktioniert. Das Tagesgeschäft dürfe nicht an einem Einzelnen hängen, sagt Reger dazu.
Als Unsicherheitsfaktor könnte sich die Müdigkeit herausstellen. "Hier sehe ich die größte Gefahr, man muss aufpassen, dass man nicht einschläft und einen Unfall verursacht." Um sich vorzubereiten, verzichtet er seit einiger Zeit auf Kaffee. "Dann wirken die Koffeintabletten besser."
Bleibt die Frage, mit welchen Zielen Reger in die Events startet. Weil es sehr auf äußere Einflüsse ankommt, ist der Sportler zurückhaltend. Beim "Race Across Germany" würden 42 Stunden für die 800-Kilometer-Strecke reichen, um sich fürs berühmte "Race Across America" zu qualifizieren. Auch wenn er dort gar nicht starten will, wäre das ein Anhaltspunkt. Und bei den "Three peaks"? Dort geben die Veranstalter den Sportlern nur zehn Tage, um ins Ziel in Nizza zu kommen. Das zu schaffen, wäre ein Erfolg. So oder so: Den Titel als "fittester Firmenchef der Oberpfalz" hat Josef Reger auf jeden Fall auch 2024 sicher.
Josef Reger Bau GmbH
- Gründung 1998
- Firmensitz Vohenstrauß
- Umsatz 2022: 27 Millionen Euro
- Gewinn 2022: knapp 900 000 Euro
- Mitarbeiter 2022: 152
Quelle Bundesanzeiger























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