16.04.2021 - 18:32 Uhr
VohenstraußDeutschland & Welt

Gaukler, Räuber und eine Kuh

Das Landestheater Oberpfalz ist für die Sommerfestspiele 2021 gerüstet: Die Corona-Pandemie sorgt allerdings dafür, dass vieles anders sein wird.

von Holger Stiegler (STG)Profil

Das ging in diesem Jahr schon mit der Vorstellung des Spielplans los: Statt dies im üblichen Rahmen einer großen Pressekonferenz zu tun, ging es nun als Livestream auf dem Youtube-Kanal des LTO über die Bühne. Insgesamt sechs Produktionen stehen auf dem Spielplan, darin enthalten sind drei Produktionen, die eigentlich bereits im Sommer 2020 Premiere hätten feiern sollen, sowie drei Wiederaufnahmen: Die Kinder- und Familienstücke "Ronja Räubertochter" und "Die Kuh Rosmarie", die Schauspiele "Cyrano de Bergerac" und "Schikaneder - Sommer der Gaukler" sowie die beiden Musiktheater-Produktionen "Cabaret" und "Im Weißen Rössl".

"Die Sicherheit für Mitwirkende und Besucher liegt uns sehr am Herzen", so LTO-Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer mit Blick auf die Corona-Pandemie. Hier habe man 2020 sehr viele Erfahrungen sammeln können und man setze alles daran, Voraussetzungen für einen "beruhigten Theaterbesuch" zu schaffen. Der gesamte Spielplan finde unter freiem Himmel statt, entsprechend seien auch die Spielorte mit breiten Bühnen und viel Platz im Zuschauerraum gewählt worden. "So können wir flexibel bis in den letzten Tag hinein planen und organisieren", betont Meidenbauer.

Sehr früh sei festgestanden, dass die Burg Leuchtenberg unter den Corona- und Hygienebedingungen auch 2021 nicht als Spielort in Frage komme. In diesem Jahr sind es die Schönberg-Naturbühne Grafenwöhr, das Schloss Burgtreswitz, der Schlossgarten der Friedrichsburg Vohenstrauß, das Freilandmuseum Neusath-Perschen sowie die Burg Waldeck. "Ich gehe zum heutigen Tag davon aus, dass wir am 29. Mai in Grafenwöhr mit Ronja Räubertochter starten können", so Meidenbauer. Aber natürlich gebe es auch einen "Plan B", um den Spielplan notfalls noch nach hinten zu schieben. Der Vorverkauf startet am 7. Mai.

Dem Start fiebert auch Künstlerischer Leiter Till Rickelt entgegen: "Die ersten Proben haben bereits begonnen und alle freuen sich, dass wir endlich wieder aktiv sein können. Jetzt hoffen wir natürlich, dass wir unsere Pläne auch in die Tat umsetzen können!" Mit dem Spielplan sei es gelungen, ein breites Themenspektrum abzudecken. Die Proben, so Rickelt, finden natürlich unter den entsprechenden Hygienebedingungen statt, auch arbeite man mit Corona-Schnelltests. Der Sommerspielplan umfasst insgesamt 28 Vorstellungen, den Schlusspunkt hinter die Saison setzt am 7. August "Cabaret" in Grafenwöhr.

Hintergrund:

Landestheater Oberpfalz - Der Spielplan 2021

  • Ronja Räubertochter, Premiere am 29. Mai, 14 Uhr, Naturbühne Grafenwöhr (insgesamt fünf Aufführungen)
  • Cyrano de Bergerac, Premiere (Wiederaufnahme) am 4. Juni, 20.30 Uhr, Schloss Burgtreswitz (insgesamt fünf Aufführungen)
  • Im Weißen Rössl, Premiere am 12. Juni, 20 Uhr, Naturbühne Grafenwöhr (drei Aufführungen Grafenwöhr, vier Aufführungen Vohenstrauß)
  • Die Kuh Rosmarie, Premiere (Wiederaufnahme) am 27. Juni, 14 Uhr, Friedrichsburg Vohenstrauß (zwei Aufführungen)
  • Schikaneder – Sommer der Gaukler, Premiere am 10. Juli, 20 Uhr, Freilandmuseum (vier Aufführungen Neusath, zwei Aufführungen Waldeck)
  • Cabaret, Premiere (Wiederaufnahme) am 24. Juli, 20 Uhr, Naturbühne Grafenwöhr (drei Aufführungen)
Kommentar:

Die Show muss weitergehen!

„Willkommen! Bienvenue! Welcome!“ – so heißt es zu Beginn des berühmten Musicals „Cabaret“. Es steht im Sommer auf dem Spielplan des Landestheaters Oberpfalz.

Und die Eröffnungssequenz könnte auch sinnbildlich das Motto für die Spielzeit sein: Man will Zuschauer begrüßen, man will Kulturbegeisterten wieder etwas bieten, man will für Lichtblicke in einer Pandemie sorgen, die noch nicht vorbei ist. Viele Kulturschaffende in Corona-Zeiten sind geschundene Seelen, für viele kommt diese Zeit einem Beschäftigungsverbot gleich.

Und dennoch ist das Landestheater Oberpfalz am Ball geblieben, hat Kunst dargeboten, so lange es ging, hat auch den Streaming-Weg beschritten. Und ist jetzt vorbereitet auf den Sommer.

Freilich: Dass die Burg Leuchtenberg als Spielort auch dieses Jahr fehlt, ist zwar ein herber Verlust, aber nachvollziehbar.

Jetzt ist es an der Politik, den Weg für Kultur unter freiem Himmel baldmöglichst frei zu machen. Und das Publikum darf es sich nicht zu Hause bei Netflix & Co. gemütlich machen.

Die Hygienekonzepte des LTO haben bereits im vergangenen „Kulturherbst“ überzeugt. Die Show muss nun endlich wieder weitergehen!

Holger Stiegler

 

 

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