07.10.2019 - 17:08 Uhr
VohenstraußDeutschland & Welt

Mit hoher Qualität und virtuosem Können

"NDR Philharmonic Brass" brillierte mit glänzendem Klang beim Rathauskonzert

Unter dem Motto „Barock bis Bernstein“ präsentierte die „NDR Philharmonic Brass“ in Vohenstrauß Blasmusik vom Feinsten.
von Redaktion ONETZProfil

Aus der "NDR Radiophilharmonie Hannover" kamen auf Einladung des Fördervereins für Kammermusik Weiden der aus Mittelfranken stammende 1. Solotrompeter Stefan Schultz, die aus Österreich stammenden Musiker Alexander Mayr (Trompete), Emil Haderer (Posaune), Peter Stadlhofer (Tuba) und der Schweizer Hornist Ivo Dudler nach Vohenstrauß. Organisiert und durch das Programm geführt hatte am Sonntag ihr ehemaliger Orchesterkollege Albert Sommer im überaus gut besetzten Rathaussaal .

Hohe Virtuosität

Zu Beginn spiegelt das Ensemble mit dem populären "Trumpet Tune" von Henry Purcell - die brillant gespielte Piccolotrompete (Stefan Schultz)- eingebettet in erhebenden, teils samtigen Blechsound - den Glanz virtuoser Barockmusik Englands wider. So richtig in Musizierlaune erklingen danach "Fancies, Toyes and Dreames" von Giles Farnaby um 1600, dem "Golden Age" in England, komponiert. Es handelt sich im Original um für das Tasteninstrument Virginal komponierte Charakterstücke des einfachen Volkes, ergänzt durch seinerzeit populäre Volkslieder. Elgar Howarth hatte einige davon mit der Thematik Schlaf und Traum und einer Charakterisierung einer älteren spanischen Dame in modernes Blechbläsergewand gekleidet, was den Stücken Wucht, andererseits Zärtlichkeit verleiht und teilweise hohe Virtuosität abverlangt.

1960 komponierte Malcolm Arnold (Komponist des bekannten "Colonel Bogey March" aus dem Film "Die Brücke vom River Kwai") das "Quintett for Brass Nr. 1". Es ist zwar angelehnt an klassische Satzfolgen, enthält jedoch vielerlei Raffinesse und hochvirtuose Passagen, die die NDR-Bläser absolut souverän meistern.

Feurig geht es mit Anthony Di Lorenzo's "Fire Dance" über den "großen Teich" nach Amerika. Das Stück des in den bedeutendsten Sinfonieorchestern der USA tätigen Solotrompeters ist eine schillernde Präsentation der Blasmusik und -technik. Mit Feuereifer gehen die Musiker an die Herausforderungen und reißen das Publikum mit.

Jazz und Tanz

Die "West Side Story" verbindet Leonard Bernstein scheinbar konträre Musikelemente, wie klassischen und progressiven Jazz, europäische Kunstmusik und lateinamerikanische Tanzmusik zu einem einzigartigen Meisterwerk, das rasch die Musikwelt erobert. Die Blechbläser stellen Welthits wie "I feel pretty", "Maria", "Tonight" und "Somewhere" zu einem beeindruckend abwechslungsreichen Medley zusammen, das mit den unterschiedlichen Stimmungen die Zuhörer begeistert. Jazz der moderneren Art, die Komposition "Round Midnight" von Thelonious Monk gestalten die Bläser sehr berührend und entfachen danach mit der Suite "Americana" südamerikanisches Feuer.

Mit viel Humor

Zwischen den Stücken erfahren die Zuhörer Einiges über die Musiker, den Unterschied zwischen dem Musizieren in einem Rundfunk- und einem Opernorchester, den Beweggründen, sich für eine Berufslaufbahn als Blechbläsers einzulassen. Mit viel Humor gewürzt beschreiben die Künstler - von Albert Sommer moderiert - Einzelheiten zu den Instrumenten, was auch zur lockeren Atmosphäre beiträgt.

Musikalisch gesehen, gerät das Konzert zu einer Werbung für Blechbläser-Musik und zum nachhaltig wirkenden Erlebnis. Das Fest hochwertiger Blasmusik, präsentiert in hoher Qualität, virtuosem Können und ansteckender Musizierfreude abseits jeglicher Routinearbeit des Alltags, wird begeistert aufgenommen und vom Publikum mit tosendem Beifall bedacht. Der Höhepunkt der Zugaben ist eine ruhige alpenländische Weise, auf Flügelhörnern, Horn, Posaune und Tuba berührend vorgetragen.

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