18.07.2019 - 17:57 Uhr
VohenstraußDeutschland & Welt

Porno made in Vohenstrauß

So was gab es noch nie in der Oberpfalz: Eine Agentur aus Vohenstrauß will mit "heißen" Filmchen Geld verdienen. Die Macher sehen sich in der Tradition eines Weidener Rotlichtkönigs.

Geld verdienen mit Internet-Erotik. Das möchte künftig auch eine Agentur aus Vohenstrauß
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Sie sagen, sie machen es zum Wohl der Frauen: Im östlichen Landkreis Neustadt/WN haben David Eidam und Martin Hammerl mit ihrer Erotik-Agentur "Redlantern" zuletzt für eine Menge Gesprächsstoff gesorgt - besonders, weil auch Akteure aus der Region vor ihrer Kamera stehen.

In erster Linie handle es sich um weibliche Darsteller. Von Akteuren wolle er aber nicht sprechen, der in der Branche gebräuchliche Begriff klinge abwertend, sagt Macher und Fotograf Eidam. Er habe die Agentur mit seinem Partner gegründet, um Frauen besser zu behandeln, als es in der Branche sonst üblich sei. Das betont Eidam im Gespräch immer wieder. Von der Agentur leben wolle er aber auch irgendwann.

Angebot reicht vom Nacktbild bis zum Hardcore-Porno

Zu diesem Zweck produziert er Fotos und Videos, die sich Internetnutzer herunterladen können, nachdem sie sich kostenpflichtig auf der Internetseite der Agentur registriert haben. Das Angebot reicht vom Nacktbild bis zum Hardcore-Porno. Bisher seien lediglich Bilder zu haben, die Agentur ist noch jung, das Angebot im Aufbau. Ab August sollen Filme hinzukommen. Derzeit arbeite die Agentur mit 60 bis 70 Models. Wie viele aus der Region stammen, sagt Eidam nicht.

Ein "lokales" Model präsentiert er im Gespräch als Kronzeugin fürs gute Klima in der Agentur. Die Frau Mitte 20 will Namen und Beruf nicht nennen und macht auch sonst keine Angaben zur Person. Von der "familiären Atmosphäre" in Eidams Unternehmen schwärmt sie dafür ausführlich. Seit einigen Wochen arbeite sie nebenberuflich für die Agentur. Wie weit sie vor der Kamera einmal gehen werde, wisse sie nicht. Mindestens für einen der Filme hat die Frau aber schon vor der Kamera gestanden. Sie zeige sich schon immer gerne. Nacktheit sei kein Problem.

In der Tradition von Rotlichtkönig Walter Klankermeier

Die Reaktionen aus ihrem Umfeld sind es schon eher. Nachdem ihre ersten Nacktbilder im Netz erschienen waren, habe es nur vier Stunden bis zur ersten Reaktion gedauert. Sie und ihre Familie seien teils derb beschimpft worden. Das kann die Frau ebenso wenig verstehen wie Eidam. Er sehe sich und sein Unternehmen in der Tradition Walter Klankermeiers, der heute doch eine Art Kultfigur in Weiden sei.

Artikel von 2012: "Vor 30 Jahren tötete ein Schuss ins Herz den Nachtclubkönig Walter Klankermeier"

Ähnlich wie beim ermordeten Weidener Rotlichtkönig der 1970er und frühen 1980er geht es auch bei Eidam um eine Menge Geld. Laut einer Preisliste der Agentur können die Darsteller bis zu 4000 Euro pro "Shooting" verdienen, deutlich mehr als bei anderen Produktionsfirmen, wie Eidam versichert. Geschenkt wird das Geld den Darstellern aber nicht. Das zeigt ein beigefügtes "Leistungsverzeichnis", das erklärt, was die Akteure für welche Summe bieten müssen.

Mottoparty und Porno-Seifenoper

Dennoch erhalte er im Schnitt fünf oder sechs Bewerbungen wöchentlich, meist von Frauen aus dem süddeutschen Raum, aus Ostdeutschland oder Tschechien, sagt Eidam. Der gebürtige Eslarner hat mit den Models Pläne. Die Agentur soll auf einschlägigen Messen wie der Venus in Berlin vertreten sein. Auch in der Region kann sich Eidam Veranstaltungen vorstellen, Mottopartys zum Beispiel. Und er plant "etwas Neues": eine Fortsetzungsserie als Porno-Seifenoper. So etwas habe es in der Szene bisher nicht gegeben.

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