13.11.2020 - 18:17 Uhr
WackersdorfDeutschland & Welt

Landrat Ebeling zur Endlager-Suche: „Wackersdorf kommt nicht infrage“

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Der Vorschlag des Geologen Harald Dill, Wackersdorf sei für ein Atommüll-Endlager geeignet, schlägt im Ort hohe Wellen der Entrüstung. Bürgermeister Thomas Falter und Landrat Thomas Ebeling kritisieren den Professor scharf.

Innovationspark statt WAA: In Wackersdorf hat sich viel Industrie angesiedelt. Der Vorschlag des Geologen Harald Dill, die Region komme als möglicher Endlager-Standort infrage, stößt im Ort auf massive Kritik.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

In einem Interview mit Oberpfalz-Medien hat der aus Oberfranken stammende Geologie-Professor Harald Dill Wackersdorf als möglichen Standort für ein Atommüll-Endlager in Spiel gebracht. Seit Freitagmorgen steht deshalb das Telefon von Bürgermeister Thomas Falter (CSU) nicht mehr still. Die Bürger „können es nicht nachvollziehen, dass Wackersdorf genannt wird“, sagt Falter. Es sei „absolut taktlos und unsensibel“, dass der Professor den Ort nennt, in dem tausende Bürger in den 1980er Jahren gegen die geplante atomare Wiederaufbereitungsanlage (WAA) gekämpft haben. Ein solcher Artikel „reißt sofort wieder alte Narben auf“, kritisiert Falter.

Diese Meinung teilt auch der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling (CSU). Er erinnert daran, dass nach Angaben der Bundesgesellschaft für Endlagerung 54 Prozent der Fläche Deutschlands grundsätzlich für ein Atommüll-Endlager infrage komme. „Ich halte es für absolut verfehlt, im jetzigen Verfahrensstand konkrete Orte herauszugreifen.“ Insbesondere den Ort, der bei diesem Thema zu einem der sensibelsten in Deutschland zähle. Er erinnert an den massiven Protest der Menschen gegen die WAA, an „bürgerkriegsähnliche Zustände“. „Es gibt neben geologischen Kriterien auch andere“, findet Ebeling mit Blick auf die Ortsgeschichte. „Wackersdorf, der Landkreis Schwandorf und die ganze Oberpfalz kommen nicht infrage für einen Standort“, so der Landrat. „Ich kann geologisch nicht mitreden“, gibt Falter zu. "Die Spekulationen fügen aber der gesamten Region einen Imageschaden zu“, ergänzt er.

Zum Interview mit dem Geologie-Professor Harald Dill

Wackersdorf

Als einer der Ersten nannte der Wissenschaftler Dill einen konkreten Standort für ein Atommüll-Endlager. Ein solcher soll laut Gesetz bis 2031 feststehen.

Ein Kommentar zum möglichen Atommüll-Endlager in Wackersdorf

Wackersdorf
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.