24.07.2019 - 17:43 Uhr
WackersdorfDeutschland & Welt

Wackersdorf: Keine schlechte Pädagogin?

Hitzige Diskussionen auf Facebook: Auch das Kultusministerium und Bürgermeister Thomas Falter nehmen zu Vorwürfen gegen eine Lehrkraft der Wackersdorfer Grundschule Stellung.

Kein Bock auf Schule? Die Unterrichtsmethoden einer Grundschullehrerin in Wackersdorf soll Kinder krank machen.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Die Vorwürfe einer Gruppe von Eltern wird auch in den sozialen Medien hitzig diskutiert. In einigen Kommentaren werden weitere Beispiele genannt, wie eine Lehrerin der Grundschule Wackersdorf Schüler tyrannisiert haben soll. Andere Stimmen, es ist eine Minderheit, berichten davon, die Lehrerin selbst erlebt zu haben und die geschilderten Vorgänge - Schreitiraden, falsche Beschuldigungen, ein unfaires Bestrafungssystem - nicht bestätigen zu können: "Ich ging 2009 bis 2012 auf die gleiche Schule", schreibt Leonie Schicha. "Ich hatte in der 1. und 2. Klasse die Lehrerin, die ihr alle als schlechte Pädagogin bezeichnet, ich könnte mich nicht beschweren!"

Kein inhaltlicher Kommentar

Was war geschehen? Die betroffenen Eltern, die über Monate versuchten, das aus ihrer Sicht grob unpädagogische Verhalten mit der Lehrerin, dem Rektor und dem Schulamt abzustellen, wussten sich nicht mehr anders zu helfen und wandten sich an die Presse (wir berichteten). Eine heikle Situation: Nur eine Seite schildert, was aus ihrer Sicht geschehen sein soll. Der Rektor lehnt das Angebot der Redaktion ab, ein gemeinsames Gespräch mit der Lehrerin zu führen. Schulamt und Regierung verweisen auf vier eingereichte Dienstaufsichtsbeschwerden, die zunächst im Gespräch mit allen Beteiligten geprüft werden müssten.

Schwere Vorwürfe der Eltern:

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"Die Angelegenheit - auch die Dienstaufsichtsbeschwerden, die direkt im Kultusministerium eingingen - wurde an die für dienstaufsichtliche Maßnahmen zuständige Regierung der Oberpfalz weiter gegeben", erklärt Ministeriumssprecherin Sabine Lauterbach.

"Von dort wird der Sachverhalt umfassend ermittelt und aufgeklärt und etwaige dienstaufsichtlich notwendige Schritte gegen Beteiligte geprüft." Das Kultusministerium lasse sich zum Sachstand berichten.

Auch Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter ist involviert: "Als Bürgermeister ist es meine Aufgabe, Themen der Bürgerinnen und Bürger aufzugreifen und an die verantwortlichen Stellen weiterzugeben, wenn ich nicht direkt zuständig bin", teilt er schriftlich mit. "Genauso wurde es bei allen Anfragen zu personalen Schulthemen durch Eltern oder Elternvertreter in der Vergangenheit oder auch jetzt praktiziert und dementsprechend auch weitergegeben", fährt Falter fort.

"Mir ist durch Eltern bekannt, dass es Vorhaltungen bezüglich einer Lehrerin gibt. Diese Vorhaltungen werden durch die Schulaufsicht der Regierung der Oberpfalz gerade geprüft. Als Bürgermeister habe ich volles Vertrauen in die zuständigen Stellen und erwarte eine komplette und schnelle Aufklärung des Sachverhaltes durch die offiziellen Stellen."

Überforderung?

Skepsis ist immer angebracht, wenn völlig unterschiedliche Interessen und Sichtweisen aufeinanderprallen: Eltern, die das Beste für ihre Kinder wollen - Lehrer, die sich von immer neuen Herausforderungen überfordert fühlen: Integration und Inklusion sind nur zwei Stichworte. In einem mehrstündigen Redaktionsgespräch hatten vier Mütter geschildert, wie ihre Kinder unter dem Druck litten, dem sie ausgesetzt seien. Dazu lagen schriftliche Stellungnahmen von Eltern vor, die nicht kommen konnten.

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