Diebe entwendeten 2016 insgesamt 63 Außenbordmotoren im Zuständigkeitsbereich der Wasserschutzpolizei in Konstanz. Der Wert: rund 70.000 Euro. Der Ermittlungsdienst der Wasserschutzpolizeistation Konstanz übernahm die Sachbearbeitung. Alle Tatorte waren gut mit dem Fahrzeug zu erreichen und zur Nachtzeit unbeaufsichtigt. Die Täter erbeuteten dabei überwiegend Motoren im Leistungsbereich zwischen vier und sechs PS. Aber auch Motoren mit zwei PS oder einzelne stärkere Motoren bis zu 20 PS wurden nicht verschmäht.
Im Dezember 2016 kontrollierte eine Streife des Polizeipräsidiums Konstanz ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen in Bodman-Ludwigshafen. Darin befand sich eine 51-jährige Frau osteuropäischer Herkunft mit ihrem 27 Jahre alten Sohn. "Ihrer Darstellung, sie seien nur als Touristen unterwegs, schenkten die Beamten spätestens nach dem Fund von entsprechendem Werkzeug, einem Fernglas und einem Schlauchboot keinen Glauben mehr", berichtet Polizeisprecher Dietmar Winterberg. Weitere Ermittlungen ergaben, dass es sich bei der Frau wohl um die Haupttäterin der Diebstahlsserie handelt. Gemeinsam mit ihrem weiteren Sohn (31) waren sie bereits in der Schweiz wegen Außenbordmotorendiebstählen in Erscheinung getreten und wurden dort auch polizeilich gesucht.
Fahndungserfolg bei Waidhaus
Die von der Wasserschutzpolizei Konstanz initiierte Fahndung führte am 28.Januar zur Festnahme und Inhaftierung von Mutter und Sohn durch Beamte der Polizeiinspektion in Waidhaus bei der Ausreise nach Tschechien. Polizeisprecher Dietmar Winterberg: "Im Fahrzeug wurden noch drei in der Nacht zuvor in Rümikon (Schweiz) entwendete Außenbordomtoren aufgefunden." Die Schweizer Justizbehörden beantragten die Auslieferung der Täter, wo sie in Haft blieben. Schließlich gestand die Frau, die sich noch an viele Details und Tatorte auf deutscher Seite erinnern konnte. Zudem gab sie weitere Außenbordmotorendiebstähle im Raum Passau zu.
Während die 51-jährige bereits die gegen sie in der Schweiz verhängte Haftstrafe abgesessen hat, wird sich ihr 31-jähriger Sohn nach Verbüßung seines Freiheitsentzuges noch wegen mehrerer Wohnungseinbrüche in Österreich verantworten müssen.
Motoren auch in Einzelteilen verkauft
Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass das Trio, welches sich auf den Diebstahl von Außenbordmotoren spezialisiert hat, vom Lebensgefährten der Haupttäterin unterstützt wurde. Die Bande brachte die Motoren unmittelbar nach den Diebstählen nach Tschechien wo sie diese zum Teil auch in Einzelteilen verkaufte. Polizeisprecher Dietmar Winterberg bilanziert: "Kontrollen, gezielte Fahndungsmaßnahmen und die enge Zusammenarbeit mit grenznahen Schweizer Justiz- und Polizeibehörden führten zu diesem Erfolg." Auf die Täter wartet nun das von der Staatsanwaltschaft Konstanz geführte Strafverfahren.













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