25.10.2019 - 12:40 Uhr
WaldershofDeutschland & Welt

August Diehl als Rächer unterwegs

Großes Kino entsteht in der Oberpfalz und in Oberfranken: Rund um Marktredwitz wird gerade die internationale Produktion "Plan A" gedreht. Zu Besuch am Filmset.

August Diehl (4.v.l.) spielt die Hauptrolle in dem Film "PLAN A", der gerade in der Region gedreht wird. Produzentinnen sind Minu Barati (l.) und Skady Lis (2.v.l.)
von Holger Stiegler (STG)Profil

"Plan A" soll der Film heißen, der gerade in der Region gedreht wird. Am Donnerstag war das Filmset unweit der kleinen Ortschaft Hohenhard bei Waldershof (Landkreis Tirschenreuth) aufgebaut. Die Kulturredaktion konnte einige kurze Blicke erhaschen - die Verantwortlichen lassen sich aber noch nicht allzu sehr in die Karten schauen.

Inhaltlich verspricht der Film viel Spannung, denn er basiert auf einer wahren und so gut wie unbekannten Geschichte: 1945 plant eine Gruppe Holocaust-Überlebender die größte Racheaktion der Geschichte - genannt "Plan A". Sie schleusen sich als Arbeiter in den Wiederaufbau der Wasserwerke mit nur einem Ziel: das Trinkwasser in fünf Städten zu vergiften, die Hauptgruppe operiert in Nürnberg.

Israelische Regisseure

Hauptfigur des Films ist Max, der zwar das Grauen des Konzentrationslagers überlebt, aber seine gesamte Familie verloren hat. Die Hauptrolle hat der deutsche Schauspieler August Diehl übernommen, weitere Darsteller sind unter anderem Sylvia Hoeks, Nikolai Kinski, Milton Welsh, Michael Brandner sowie die israelischen Schauspieler Michael Aloni und Oz Zehavi. Regie führen die israelischen Brüder Yoav und Doron Paz, die selbst aus einer Familie deutscher und polnischer Holocaust-Überlebender stammen.

Begeistert von der Unterstützung

"Bis zum 15. November wird noch in der Region gedreht", berichtet Minu Barati (Jooyaa Film). Sie ist gemeinsam mit Skady Lis (Getaway Pictures) die Produzentin des Films, der noch viele weitere Ko-Produzenten im Ausland wie im Inland hat - auch der Bayerische Rundfunk und Arte sind dabei. Begeistert zeigen sich Barati und Lis von der Region: "Für uns Produzenten aus Berlin ist es fast unglaublich, wie viel Unterstützung wir hier bekommen!"

Vielfältigkeit der Landschaft

Mit einem Kernteam von 100 bis 120 Personen sei man vor Ort, wenn man die Komparsen hinzuzähle, seien es 250 bis 300 Leute. Ausschlaggebend für die Entscheidung, in dieser Region Deutschlands zu drehen, sei unter anderem auch die Vielfältigkeit der Landschaft gewesen. "Hier erlebst Du alles - sogar im Herbst noch den Sommer", sagt Barati, die mit dem ehemaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer verheiratet ist.

Der Film verfolgt einen internationalen Anspruch, das belegen nicht nur die am Projekt Beteiligten: der Streifen wird nämlich auch in englischer Sprache gedreht. Ins Kino kommen soll der Film 2020 - was allerdings noch von verschiedenen Faktoren abhängig sei. Ganz klar spekulieren die Verantwortlichen darauf, dass der Film im Rahmen eines Festivals läuft - Cannes, Berlinale oder Venedig könnten hier Ziele sein. Insgesamt verfügt der Film über ein Budget von 4,4 Millionen Euro, gefördert wird er unter anderem vom FilmFernsehFonds Bayern und der Rabinovich Foundation of the Arts.

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