Astrazeneca-Impfstopp: Verwirrung nicht nur in der Oberpfalz

Rückschlag für die Impfkampagne: Wie in anderen Staaten gibt es auch in Deutschland einen vorläufigen Impf-Stopp für das Serum von Astrazeneca. Die Oberpfälzer Impfzentren werden von der Nachricht am Montag kalt erwischt.

Auf einem Tisch in einer Hausarztpraxis stehen Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca. Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aus. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag (15.03.2021) mit und verwies auf eine aktuelle Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts zu notwendigen weiteren Untersuchungen. +++ dpa-Bildfunk +++
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Deutschland setzt die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca vorerst aus. Vorausgegangen waren Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Präparat, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Es handele sich um einen vorsorglichen Schritt auf Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, sagte ein Sprecher. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) werde dann entscheiden, wie sich die Erkenntnisse auf die Zulassung des auswirken.

Welche Folgen die Entscheidung für bereits vergebenen Termine in der Oberpfalz hat, konnten die zuständigen Behörden zunächst nicht abschätzen.

Was bedeutet der Impfstopp? Das wissen wir bisher

Deutschland und die Welt

Verweis aufs Kabinett

Auch die Regierung der Oberpfalz habe von der Entscheidung erst am Montagnachmittag erfahren, erklärte Sprecher Markus Roth. Er verwies auf die Sitzung des bayerischen Kabinetts am Dienstag. Ähnlich die Reaktion im Impfzentrum Weiden: Am Montag standen dort nur Impfungen mit dem Biontech-Stoff an, deshalb konnten das Programm eingehalten werden. Aber schon für den heutigen Dienstag war unklar, wie verfahren wird. Fest steht, dass der Astrazeneca-Impfstoff zunächst nicht mehr zum Einsatz kommt.

Astrazeneca: Institut sieht Häufung bestimmter Thrombosen

Deutschland und die Welt

Das Landratsamt Amberg-Sulzbach erklärte in einer Pressemitteilung den Stopp der Impfungen mit dem Mittel. "Die betroffenen Personen werden vom BRK per E-Mail oder Telefon informiert", zitiert die Mitteilung BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller. Wann ein Ersatztermin angeboten werden kann, sei unklar. Offen blieb zunächst auch, wie viele Menschen von der Absage betroffen sind. Die Bundesregierung weist die Zuteilung nur auf Länderebene aus (Hintergrund). Wie geplant werden die Impfungen mit den Stoffen von Moderna und Biontech fortgesetzt.

Auch Niederlande setzen aus

Vor Deutschland hatten unter anderem die Niederlande Impfungen mit dem britisch-schwedischen Serum für zwei Wochen ausgesetzt. Gesundheitsminister Hugo de Jonge hat dazu auf sechs Fälle möglicher Thrombosen in Dänemark und Norwegen. "Wir müssen immer auf Nummer sicher gehen", sagte er.

Die EMA erklärte dagegen, dass es keine Häufung von Thrombosen im Zusammenhang mit der Impfung gebe. Der Nutzen sei größer als die Risiken. Auch Großbritannien nutzt den Impfstoff weiter. Die Berichte würden genau geprüft. Noch gebe es aber keine klaren Hinweise auf einen Zusammenhang. (enthält Material der dpa)

Die aktuellen Coronazahlen in der Oberpfalz

Weiden in der Oberpfalz

Impfstopp in Deutschland

Deutschland und die Welt
Hintergrund:

Astrazeneca: Geplante Liefermengen

  • Bisher: 3,43 Millionen Dosen (530.400 nach Bayern)
  • geplant für die laufende Woche: 204.000 (33.600)
  • geplant nächste Woche:
    201.600 (31.200)
  • geplant übernächste Woche:
    1,75 Millionen (285.600)

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Doris Mois

Endlich ging einmal etwas vorwärts....vor allem hier bei uns in der nördlichen Oberpfalz.
Ein Hoffnungsschimmer,dass wir nicht nur endlich von den hohen Inzidenzwerten runterkommen,sondern dass die schweren Verläufe und Todesfälle in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören.
Auch ich bin unverhofft und ganz plötzlich in den "Genuss" der ersten Impfung gekommen.
Natürlich war es der "Astra"...
Aber es war irgendwie eine Erleichterung,schon nach ein paar Tagen nicht mehr mit einem schweren Verlauf einer Infektion rechnen zu müssen.
Der da schon schlechte Ruf dieses Vakzins war mir relativ egal...obwohl ich kein Freund von Impfungen gegen alles mögliche bin!
Den "Tag danach" mit Kopfschmerzen und grippeähnlichen Symptomen habe ich auch weggesteckt....das kann man gut aushalten-notfalls mit der einen oder anderen Paracetamol (die laut Beipackzettel wahrscheinlich gefährlicher ist,als der Impfstoff bis jetzt dargestellt wurde)
Und nun diese Nachricht......was das nun wieder in den Köpfen der impfwilligen Bevölkerung macht ist noch nicht abzusehen.Impfverweigerer,-kritiker und Verschwörungstheoretiker liegen lachend auf dem Boden...
Was mit meiner (und nicht nur meiner) zweiten Impfung werden wird,ist abzuwarten.
Die Verunsicherung wird auf jeden Fall die ganze Impfaktion wieder in die Länge ziehen und die Hoffnung auf ein einigermassen normales Leben wieder weiter nach hinten schieben.
Natürlich geht Gesundheit und Leben vor kopfloser Impferei ,nur um dem Virus ein Schnippchen zu schlagen,aber dieses Hin und Her,Hoffnung schöpfen und dann wieder tiefste Verunsicherung ist nur noch schwer auszuhalten!

15.03.2021