Beim Kauf von Tablets und Smartphones gilt: Billig kann teuer zu stehen kommen

Die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) monierten Geräte wurden laut Amazon aus dem Sortiment genommen. Doch wie kann sich der Verbraucher beim Kauf von Neugeräten vor Schadsoftware schützen?

Cyberkriminalität ist das Spezialgebiet des Kommissariats 11 bei der Kripo Weiden unter Leitung von Erstem Kriminalhauptkommissar Ernst Wager.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

"Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht", sagt Ernst Wager. Der Erste Kriminalhauptkommissar leitet das Kommissariat 11, die Cybercops, bei der Weidener Kripo. Trotzdem gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen, die ein Käufer von Tablets oder Smartphones unbedingt beachten sollte, fügt B. Weiß hinzu. Der Kriminalhauptkommissar ist selbst auf Datenschutz bedacht und möchte seinen Vornamen deshalb nicht genannt wissen.

Fest steht nach seinen Worten: Ob auf einem neuen Gerät - egal, ob Tablet oder Smartphone - bereits eine Schadsoftware installiert ist, kann ein Laie keinesfalls überprüfen. Das kann nur ein Experte, und selbst der würde für ein sogenanntes "reverse engineering", quasi die Rücküberprüfung der installierten Technik, mehrere Monate benötigen. Doch es gibt fünf Aspekte, die ein Käufer laut Weiß beachten sollte, um das Risiko zu minimieren:

  • Kaufen Sie Geräte von namhaften Herstellern. Bei Geräten aus Fernost ist Vorsicht geboten. "Die meisten Tablets purzeln in China vom Band und bekommen einfach nur verschiedene Firmenstempel. Da wird bei der Software viel zusammenkopiert. Namhafte Hersteller dagegen stecken viel Zeit in die Entwicklung der Software oder gehen auch bei vorinstallierten Apps durch, was ist nötig und was nicht. Diese Geräte sind dann zwar etwas teuerer, aber auch sicherer.
  • Kaufen Sie bei einem vertrauenswürdigen Händler. "Amazon ist eine weltweite Plattform, auf der jeder Händler verkaufen kann, genauso wie bei Ebay. Die meisten Menschen suchen hier nach günstigen Produkten", sagt Weiß. "Doch letztlich weiß keiner, ob er hier wirklich ein original Smartphone erhält oder nur eine billige Kopie." Und Wager fügt hinzu: "Das ist wie bei den Arzneimitteln. Bei Ihrem Apotheker wissen Sie, was Sie bekommen. Beim Online-Kauf kann es eine Fälschung sein."
  • Installieren Sie unbedingt eine Virensoftware auf Ihrem neuen Gerät. "Die entdeckt zwar auch nur die Virenprogramme, die sie bereits kennt. Aber das ist besser als kein Schutz."
  • Spielen Sie regelmäßig die Software- und Firmware-Updates ein. "Neu entdeckte Sicherheitslücken werden so gestopft. Bei No-Name-Tablets dagegen gibt es nach dem Kauf gar keine Updates mehr."
  • Überlegen Sie sich gut, welche Rechte Sie einer App einräumen. Soll die App Sie lokalisieren können? Wollen Sie, dass Ihre Gesundheitsdaten gespeichert werden? Denn letztlich ist nie sicher, wer sich alles Zugang zu diesen Daten verschaffen kann.

Schadsoftware auf Neugeräten vorinstalliert

Oberpfalz

Von Schadsoftware betroffen sein können letztlich alle elektronischen Geräte, warnt Weiß. "Selbst Waschmaschine und Fernseher. Eben alles, was kommunizieren kann." Wager erinnert an die mit einer Kamera ausgestattete Puppe, die als "Spion im Kinderzimmer" Schlagzeilen machte.

Doch zurück zu Smartphone und Tablet. Wer diese Geräte selbst gebraucht verkaufen möchte, sollte unbedingt alles auf Werkseinstellung zurücksetzen sowie Speicher- und Sim-Karten entfernen. Doch selbst das bringt keine hundertprozentige Sicherheit vor Datenklau. Weiß dazu: "Jeder muss sich bewusst sein, dass sich, je nach Gerät, mit entsprechender Software Daten wiederherstellen lassen." Wünschenswert wäre seiner Ansicht nach deshalb ein Gütesiegel oder eine Art TÜV für alle Digitalgeräte. Ähnlich wie das CE-Zeichen gewisse Sicherheitsstandards garantiert.

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