BHS Tabletop: Umsatz bricht weg

Dass die Zahlen nicht gut würden, war absehbar. Nachdem BHS Tabletop angekündigt hatte,250 Stellen abzubauen, kommt am Dienstag die dazu passende Halbjahresbilanz. Wer will, findet aber auch Positives.

Bei BHS Tabletop blieben im ersten Halbjahr 2020 zu viel Porzellanteller unverkauft.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Zwei Wochen nachdem die BHS Tabletop AG ankündigte 250 Stellen abzubauen, gab es am Dienstag erneut schlechten Nachrichten vom Hotelporzellan-Spezialisten: Wegen der Coronapandemie ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 57,1 auf 34 Millionen Euro eingebrochen, ein Rückgang um über 40 Prozent.

Während das Unternehmen vor zwei Wochen die strukturellen Schwierigkeiten als ursächlich für die Stellenstreichungen hervorhob, wird für den Einbruch in der Bilanz die Pandemie verantwortlich gemacht: "Nach einem vielversprechenden Start in den ersten beiden Monaten mit Umsätzen über Vorjahresniveau, ist der Umsatz mit Beginn der Covid-19 Schutzmaßnahmen massiv eingebrochen", heißt es. Der Einbruch macht sich auch beim Ergebnis bemerkbar: Nach einem Minus von 100 000 Euro im Vorjahreszeitraum lag der Verlust vor Zins, Steuern und Abschreibungen (Ebit) im ersten Halbjahr 2020 bei 5,1 Millionen Euro.

Positiv stellt sich die Finanzlage dar: "Zum 30. Juni hat das Unternehmen weiterhin einen soliden Liquiditätspuffer in Höhe von 9,6 Millionen Euro", heißt es. Positiv darf man auch das Verhalten des Mehrheitseigners interpretieren. Die Serafin Unternehmensgruppe möchte ihren Aktienanteil nicht nur behalten, sondern auch die noch frei gehandelten Anteile übernehmen. Dafür betreibt Serafin einen sogenannten Squeeze-Out. Ziel ist, die noch gehandelten Aktien zu übernehmen, so das BHS Tabletop von der Börse verschwindet.

Keine Neuigkeiten gab es am Dienstag zu dem Punkt, der in der Oberpfalz wohl am meisten interessiert: Im Bericht wird zwar auf den geplanten Abbau von 250 Stellen hingewiesen. Nähere Informationen gibt es nicht. Inzwischen laufen Gespräche zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat zur Umsetzung des Stellenabbaus, heißt es aus dem Unternehmen. Spruchreife Ergebnisse fehlen noch.

Hintergrund:

BHS Tabletop in Zahlen

  • Mitarbeiter: 1106 (2019; 1146)
  • Halbjahresumsatz: 34 Millionen Euro (2019; 57,1 Millionen Euro)
  • Exportquote: 52,4 Prozent (2019: 56,4 Prozent)

Eigenkapitalquote: 24.7 Prozent (2019; 27,4)

Hiobsbotschaft BHS Tabletop baut ein Viertel aller Stellen in Bayern ab

Weiden in der Oberpfalz
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