"Christkindern" auf die Welt helfen: Ein Besuch bei den Hebammen im Klinikum

Kein „Job von acht bis fünf“: Hebammen sind auch an Weihnachten rund um die Uhr im Einsatz. Zu Besuch auf der Entbindungsstation im Klinikum Weiden.

Julia Witt (links) und Marlene Groschopp arbeiten als Hebammen im Klinikum Weiden.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Geburten richten sich nicht nach Dienstplänen, Wochenenden oder Feiertagen. Und so kommen auch am Heiligen Abend Kinder zur Welt, kleine "Christkinder" gewissermaßen: ein Besuch auf der Entbindungsstation.

Julia Witt ist Teamleiterin im Kreißsaal des Klinikums Weiden, ihre Kollegin Marlene Groschopp die dienstälteste Hebamme auf der Station. Beide haben schon an Weihnachten Mütter von ihren Kindern entbunden. "Doch, das ist etwas Besonderes", sagt Marlene Groschopp. "Die Stimmung ist einfach anders", pflichtet Julia Witt bei.

Im Klinikum Weiden arbeiten freiberufliche Beleghebammen jeweils zu zweit in Zwölf-Stunden-Schichten im Kreißsaal. Heuer werde man wohl die Marke von 1400 Geburten knacken, sagt Julia Witt. "So viele hatten wir, glaube ich, noch nie." 14 Hebammen umfasst das Team, etwa die Hälfte davon selbst Mütter. "Es ist natürlich schwierig, die langen Schichten mit einer Familie zu vereinbaren." Wohl auch deshalb ziehen sich viele Hebammen aus der eigentlichen Geburtsbegleitung zurück. Für Julia Witt und Marlene Groschopp steht das nicht zur Debatte, trotz der hohen Belastung im Kreißsaal: "Es geht bei uns manchmal schon rasant zu, man muss seine Augen und Ohren dann überall haben", erklärt Witt.

Die Weihnachtstage hätten da durchaus ihre Vorzüge: "Denn dann kommen wirklich nur die Frauen, bei denen etwas ist, und keine, bei denen es nur ein bisschen zwickt", erzählt Marlene Groschopp. Sogar die Besucher machten sich rar. Manchmal sei über die Feiertage aber auch so viel los, "dass man gar nicht mehr an Weihnachten denkt". Vor einigen Jahren etwa seien Zwillinge am 24. Dezember geboren worden.

"Vor neun Jahren haben wir am Heiligen Abend eine Mutter entbunden, die selber ein ,Christkind' war", erinnert sich Julia Witt. Ob der besondere Geburtstermin nun schön für Mütter und Kinder ist, können die Hebammen nicht beurteilen. "Es lässt sich halt nicht umgehen." Eine ehemalige Kollegin sei zumindest nicht davon begeistert gewesen, dass sie am 24. Dezember Geburtstag hatte. Es gebe vom Klinikum auch kein Geschenk für die Mütter und ihre "Christkinder". Nur eines sei an Weihnachten doch anders: "Die Presse kommt vorbei und möchte ein Foto machen", sagt Julia Witt.

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