Digitaler Wirtschaftsgipfel: Zusammenhelfen statt gegeneinander arbeiten

"Aufbruch statt Krisenstimmung": Das war das Motto des ersten Digitalen Wirtschaftsgipfels, der am Donnerstagabend stattfand. Unternehmer aus der nördlichen Oberpfalz tauschten sich eine Stunde lang aus, wie sie die Coronazeit meistern.

Paul Johannes Baumgartner, bekannt als Moderator bei Antenne Bayern, führt via Livestream durch den Wirtschaftsgipfel.
von Vanessa Lutz Kontakt Profil

Zusammenhalten, gemeinsam anpacken und voneinander lernen – gerade jetzt, während der Coronakrise. Es geht vor allem ums Netzwerken und den Austausch untereinander. Der digitale Wirtschaftsgipfel, veranstaltet von der OM Netzwerk Marketingagentur unter der Leitung von Jacqueline Roscher und in Zusammenarbeit mit der VR Bank Nordoberpfalz, möchte regionale Unternehmen dazu bewegen. Per Videokonferenz berichten am Donnerstagabend vier Unternehmer offen unter der Moderation von Paul Johannes Baumgartner live, wie sie die Lage meistern und welche Schwierigkeiten es gibt.

Einer ist Michael Schertl. Er ist der Geschäftsführer der Nabburger Firma Absolute Vegan Empire, die vegane Lebensmittel online verkauft. „Während der Pandemie hatten wir eine extreme Nachfrage“, sagt er. 7000 Neukunden habe die Firma gewonnen – und das, obwohl die Gastronomie als Kunde während des Lockdowns komplett weggebrochen sei. Eine "Herausforderung" sei es allerdings gewesen bei der Flut an Bestellungen, die Kunden schnell zu beliefern.

Früh aktiv geworden

„Ziemlich früh ziemlich aktiv“ ist Geschäftsführer Holger Mandel von der Firma MAN geworden, wie er sagt. Denn schon am ersten Tag der Pandemie habe er eine „Post-Corona-Taskforce“ gegründet. Der Grund? „Ich wollte meinen Mitarbeitern eine Perspektive geben – denn alles, was man runterfährt, muss irgendwann auch wieder hochgefahren werden.“ Mandl beruft sich auf die hanseatische Kaufmannsehre, wie er immer wieder betont – und wolle deshalb für seine Mitarbeiter und die Gesellschaft verantwortungsvoll handeln.

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Weiden in der Oberpfalz

Kundenkommunikation steigt

Tobias Kaltenecker von der VR Bank Nordoberpfalz spricht von einem Aufbruch und sieht in der Corona-Krise auch positive Aspekte in seinem Unternehmen. „Die Kundenkommunikation ging spürbar hoch.“ Egal, ob Telefongespräche, Onlineberatung oder Online-Banking – all das sei gerade jetzt sehr gut von den Kunden angenommen worden. „Wir wollen aber trotzdem auch in Zukunft weiterhin für unsere Kunden vor Ort in der Fläche sein.“ Dennoch habe und werde sich das Kommunikationsverhalten der "über 100.000 Kunden" verändern. "Dafür sind jedoch bereits jetzt die Leitplanken gesetzt", ist sich Tobias Kaltenecker sicher.

Letzte Wochen "extrem anspruchsvoll"

Nicht ganz so viel Positives kann Marco Bauer der Krise für sein Unternehmen abgewinnen. Er ist der Geschäftsführer der Firma BAM aus Weiden, die sich im Fertigungsbereich und Sondermaschinenbau spezialisiert hat. Vor der Pandemie habe sein Unternehmen „dynamisches Wachstum“ verzeichnet. Doch die vergangenen Wochen seien „extrem anspruchsvoll“ gewesen – Homeoffice, Hamsterkäufe und Auftragseinbrüche. „Es ist momentan ein Auf und Ab. Die Jahre, in denen es bei uns steil bergauf ging, sind vorbei.“ Schon einmal habe er erlebt, wie ein Unternehmen, in dem er arbeitete, zugrunde gegangen ist. 2007 war das. Ob ihm diese Erfahrung in der momentanen Lage geholfen hat? „Zum Teil“, sagt er. Mental könne er das zwar besser wegstecken. Allerdings habe die Corona-Pandemie eine ganz andere Dimension. „Denn es geht darum, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen.“

Von den Hilfen der Regierung habe sein Unternehmen nicht profitieren können, nur die Soforthilfe habe er beantragt. Die Digitalisierung habe aber einen „wahnsinnigen Schub nach vorne gemacht.“ Bauer möchte den Kopf nicht in den Sand stecken. „Ich bin ein Grund-Optimist, es muss ja weitergehen.“

Hintergrund:

Weitere Wirtschaftsgipfel folgen

Der Digitale Wirtschaftsgipfel "Aufbruch statt Krisenstimmung" bildete den Auftakt zur vierteiligen Veranstaltungsreihe der OM Netzwerk Marketingagentur. Am 22. Oktober findet der zweite Gipfel unter dem Motto "Karriereregion Oberpfalz" als Videokonferenz statt. Hierfür können sich Interessenten bereits anmelden unter www.om-netzwerk.de/wirtschaftsgipfel.

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