Erinnerungen an Django Reinhardt

Sie standen zu Lebzeiten nie gemeinsam auf einer Bühne: Oscar Peterson und Django Reinhardt. Im Weidener Bistrot Paris feiert ihre Musik beim Jazz-Zirkel Wiederauferstehung.

Der Gitarrist Wawau Adler ist auf allen großen Festivals zu Hause. Mit Marian Petrescu (Piano), Joel Locher (Kontrabass) und Guido May (Schlagzeug) bringt er die Musik von Django Reinhardt und Oscar Peterson ins Bistrot Paris nach Weiden.
von Louis ReitzProfil
Marian Petrescu

Für viele ist Oscar Person (1925-2007) der Piano-Virtuose des Modern Jazz schlechthin. Django Reinhardt (1910-1953) hat mit seiner Gitarre in den 1930er Jahren einen eigenständigen europäischen Musikstil etabliert, der sich deutlich von den amerikanischen Vorbildern abhob und heute gerne als „Zigeuner- oder Gypsy-Swing“ bezeichnet wird. Beiden gemeinsam war die unglaubliche Virtuosität auf ihren Instrumenten.

Wawau Adler, Marian Petrescu, Joel Locher und Guido May begeben sich auf eine musikalische Reise zu diesen Ikonen der Jazz-Gitarre und des Jazz-Pianos. Mit ihren eigenständigen Interpretationen entdecken sie in Klassikern der Jazztradition neue und unbekannte Facetten.

Wawau Adler (geboren 1967 in Karlsruhe) stammt aus einer Musikerfamilie deutscher Sinti und heißt eigentlich Josef. Er verarbeitet in seinem Gitarrenspiel Einflüsse von Django Reinhardt, Wes Montgomery, Charlie Parker und auch die Klassische Musik integriert er in seinem Spiel. Dadurch hat er seinen ganz eigenständigen Stil entwickelt: „Ich spiele nicht wie Django Reinhardt, ich spiele wie ich“.

Wawau Adler entdeckte die Gitarre als Neunjähriger und spielte seine ersten Konzerte mit 13. Viele Jahre widmete er sich dem von Django Reinhardt entwickelten swingenden Jazz Stil mit europäischer Prägung. Nach kurzen Ausflügen in die Welt des Bebop und Jazzrock fand er 2005 zurück zu seinen Wurzeln und gilt heute als authentischer Interpret der Musik von Django Reinhardt. Sein Renommee führte ihn auch in die USA, wo er mit Konzerten, Radio-Shows und Workshops sein Publikum begeisterte. Zahlreiche Auftritte bei den großen europäischen Festivals und eine Tournee durch Kanada steigerten seinen Bekanntheitsgrad.

Horowitz des Jazz-Pianos

Marian Petrescu (*1970 in Bukarest) stammt ebenfalls aus einer Musikerfamilie und spielt seit seinem vierten Lebensjahr Klavier. Er zog in den 1980er Jahren nach Schweden, wo er das Konservatorium in Stockholm besuchte. Dann setzte er seine Studien an der Sibelius-Akademie in Helsinki fort. Seit er als 15jähriger beim renommierten Jazzfestival in Pori auftrat, ist er in der Jazzszene aktiv. Er arbeitete mit James Morrison, Arturo Sandoval, Toots Thielemans, Al Jarreau, Didier Lockwood, Richie Beirach, Tony Williams, Ulf Wakenius, aber auch mit der Ray Charles Band und dem Hot Club de Norvège.

Mit Auftritten auf den großen Konzertbühnen, wie der Jazz Baltica, dem Montreux Jazz Festival oder dem North Sea Jazz Festival, erreichte er ein großes Publikum. Marian Petrescu greift in seinem Spiel auf das gesamte Repertoire des Jazz zurück – von Ragtime bis Modern – und ist mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet worden. Wegen seiner atemberaubender Technik, seinem Swing und seiner mitreißender Spielfreude wurde er von Martial Solal einmal als "Horowitz des Jazzpianos" bezeichnet.

Die beiden Virtuosen werden begleitet vom international renommierten Kontrabassisten Joel Locher und dem versierten und vielseitigen Schlagzeuger Guido May.

Von Joel Lochner stammt auch der Ratschlag für den idealen Bassisten: „Halte Dich im Hintergrund und begleite solide und stetig und habe offene Ohren. Aber wenn Du ein Solo hast geh aus dir heraus, pack aus und spiel frech!“

Das Konzert findet am Samstag, 18.Mai um 20 Uhr im Bistrot Paris (Weiden, Sebastianstr.2) statt. Karten gibt es bei www.nt-ticket.de und an der Abendkasse.

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