"Finanzforum": Riestern rentiert sich

Das Thema Rente bleibt ein Dauerbrenner. Beim von Oberpfalz-Medien organisierten "Finanzforum" stehen den Lesern dazu drei Experten Rede und Antwort. Dabei kommt auch die Riester-Rente zur Sprache - die besser als ihr Ruf ist.

Ein Riester-Vertrag kann sich als Altersvorsorge in Zeiten niedriger Zinsen lohnen. Denn hier bekommen Sparer wenigstens staatliche Förderung.
von Julian Trager Kontakt Profil

(jut) Die staatliche Rente wird nur für die Wenigsten reichen - die Menschen in Deutschland müssen sich trotzdem keine Sorgen um ihre Altersvorsorge machen. Zu dem Ergebnis kommt der Vorsorgeatlas Deutschland des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg. Aber: Wer auch im Rentenalter genügend Geld haben und seinen Lebensstandard halten möchte, müsse selbst aktiv werden, gerade die jüngere Generation. Deswegen sollte man alle Möglichkeiten des Altersvorsorgesystems nutzen, speziell die private Vorsorge.

"Wer das beherzigt, ist im Alter gut versorgt", sagt Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender der Union Investment laut einer Pressemitteilung. Konkret bedeute das, dass man einen Mix aus gesetzlicher Rente, staatlich geförderter Vorsorge und privatem Sparen haben muss, um seinen Lebensstandard zu halten.

In Zusammenarbeit mit der Fondsgesellschaft Union Investment und der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz veranstaltet Oberpfalz-Medien das "Finanzforum" am 20. September in seinem Verlagsgebäude in der Weigelstraße in Weiden. Das Forum versteht sich als professionelle Plattform für die Leser. Die können ihre Fragen vor Ort stellen, drei Experten - Franz-Josef Leven (Stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Aktieninstituts), Klaus Riester (Geschäftsführer der Union Investment Privatfonds) und Rudolf Winter (Vorstandssprecher der VR Nordoberpfalz) - geben Antworten.

Laut Vorsorgeatlas ist die gesetzliche Rente nach wie vor die Hauptstütze der Altersversorgung in Deutschland - auch über das Jahr 2030 hinaus. Im Durchschnitt erhalten die rund 34 Millionen Versicherten bei Rentenbeginn monatlich 1070 Euro, das entspricht etwa 48 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede: Die 50- bis 65-Jährigen können ihren Lebensstandard alleine mit der staatlichen Rente sichern, ihre Ersatzquote liegt bei 64,1 Prozent. Eine Quote von 60 Prozent gilt als erforderlich für die Lebensstandardsicherung im Alter. Dagegen kommen die 20- bis 34-Jährigen auf nur 38,6 Prozent, sie benötigen etwa 800 Euro zusätzlich pro Monat. Diese Lücke lässt sich größtenteils mit Leistungen aus der zweiten Schicht füllen. Darunter fallen Riester-Rente, betriebliche Altersversorgung und Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes. Zusammen mit der gesetzlichen Rente, die erste Schicht, kommt man damit im Durchschnitt auf eine Ersatzquote von 61,8 Prozent - reicht, um den Lebensstandard im Alter zu sichern.

Die junge Generation kommt auf 55 Prozent, sie müsse somit zusätzlich noch sparen, um auf 60 Prozent zu gelangen. Gerade für junge Menschen mit einem hohen Einkommen ist das von Bedeutung. Bei ihnen reicht die erste und zweite Schicht nicht aus, um die Versorgungslücke zu schließen. Für sie ist es ratsam, zusätzlich etwas zurückzulegen. "Wir müssen es gemeinsam mit allen Beteiligten schaffen, dass die Menschen die vorhandenen Möglichkeiten des Rentensystems vollständig nutzen. Wer dies tut, muss keine Angst vor der Rente haben", sagt Union-Investment-Chef Reinke. Darunter fällt auch die oft kritisierte Riester-Rente - die Horst Seehofer im April 2016, damals noch bayerischer Ministerpräsident, als "gescheitert" abstempelte.

Wie die Union Investment mitteilt, ist das Riestern aber nicht so schlecht. Der Vorwurf "Riester lohnt sich nicht" sei falsch, wie Zahlen belegen - die Kunden bekämen mehr Geld raus. Außerdem stimme die pauschale Aussage "Die Förderung erhalten nur die Besserverdiener" nicht. Rund 60 Prozent der Riester-Sparer haben ein Einkommen von weniger als 30 000 Euro im Jahr.

Info:

Anmeldung erforderlich

Die Teilnahme am "Finanzforum" am 20. September von 18 bis 21 Uhr ist kostenlos. Veranstaltungsort ist das Verlagsgebäude "Der neue Tag" in der Weigelstraße 16, Weiden, Medienraum im Erdgeschoss.

Voraussetzung für die Teilnahme ist jedoch die verbindliche Anmeldung. Teilnehmer können ihre konkreten Fragen per E-Mail unter leserservice[at]oberpfalzmedien[dot]de, im Internet unter onetz.de/finanzforum, oder per Telefon 0961/85 501 einreichen.

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