Franz Schindler: "Malu Dreyer eine gute Alternative"

Heftige Reaktionen hat der Rücktritt von Andrea Nahles in der Oberpfälzer SPD hervorgerufen. Mit Personalspekulationen halten sich die meisten Politiker zurück. Aber nicht alle.

SPD-Bezirkschef Franz Schindler.
von Frank Werner Kontakt Profil

Mit großem Verständnis reagieren Oberpfälzer SPD-Politiker auf den Rückzug von Parteichefin Andrea Nahles. Bezirksvorsitzender Franz Schindler zeigte sich am Sonntag froh, dass der Partei ein monatelanges Gezerre erspart bleibe. Malu Dreyer ist seiner Ansicht nach eine gute Alternative als Parteivorsitzende. Schindler: "Die Groko wackelt, dafür ist aber Andrea Nahles sicher nicht alleine verantwortlich."

Der Europaabgeordnete Ismail Ertug ist der Meinung, dass die Nachfolge keine Person mehr besetzen sollte, die ihren Platz in Berlin hat, also niemand mehr aus dem Parteivorstand: "Alle im Gespräch sich befindlichen Personen, von Olaf Scholz bis Stephan Weil scheiden meines Erachtens aus, da verbraucht." Ertug wünscht sich, dass "neue, junge Gesichter" eine Chance erhalten: Ich denke hierbei an die Community der progressiven NGOs, die Internet-Community und die 20 Prozent der Menschen in Deutschland, die einen Migrationshintergrund haben." Das Motto "Alter Wein in neuen Schläuchen" funktioniere nicht mehr.

Die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder, die dem geschäftsführenden Fraktionsvorstand angehört, möchte nicht über Namen spekulieren. Sie könne die Auswirkungen auf die Groko nicht einschätzen, gibt aber zu bedenken: Für mich ist aber das Votum unserer Mitglieder schon auch nicht außer Acht zu lassen. Vor immerhin erst gut einem Jahr hat sich unsere Basis mit einer eindeutigen Mehrheit von zwei Dritteln für den Eintritt in die Große Koalition ausgesprochen." Die SPD hat in dieser Koalition bereits sehr viel erreicht.

Ihr Bundestagskollege Uli Grötsch findet den Rückzug Andrea Nahles "konsequent". Der Generalsekretär meint: "Wir halten als Bayern-SPD unseren Vorstandsbeschluss, das Vorziehen des Bundesparteitages auch in dieser veränderten Situation für notwendig und folgerichtig." Der frühere Juso-Bezirksvorsitzende Sebastian Roloff kritisiert auf Facebook, dass Nahles "diesen unwürdigen und respektlosen Umgang" nicht verdient habe. Er freue sich auf eine "umfassende strategische Neuaufstellung der Partei, da es ja ganz offensichtlich niemandem um persönliche Süppchen geht. (Ironie aus.)"

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