Für "Schummel-Diesel" tickt die Uhr

Am Montag endete die Frist zur Umrüstung von VW und Audi-Motoren mit illegaler Abgas-Software. In der Region waren aber längst nicht alle Betroffenen in der Werkstatt. Wie geht es mit ihnen weiter?

Noch nicht umgerüstete Diesel in der nördlichen und mittleren Oberpfalz
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Zum Ende der 18-monatigen Umrüstungsfrist für Diesel-Autos mit unzulässiger Abgas-Software sind in der nördlichen und mittleren Oberpfalz 123 Autos noch nicht umgestellt. Den Eigentümern droht nun die Stilllegung des Autos. Die Zahlen stammen von den Zulassungsstellen der Landratsämter Schwandorf, Neustadt/WN, Amberg-Sulzbach und Tirschenreuth sowie der Städte Weiden und Amberg. Deutschlandweit sollen noch rund 15 000 Autos mit der ursprünglich installierten "Schummel-Software" unterwegs sein.
Im Landkreis Neustadt/WN sind 20 Autos betroffen. "Die Halter wurden bereits vom Kraftfahrtbundesamt aufgefordert, das Software-Update vornehmen zu lassen", erklärt Landratsamtssprecherin Claudia Prößl. Wer der Aufforderung bisher nicht nachkam, wurden den Zulassungsbehörden gemeldet. Laut Prößl gebe es auch eine Anweisung des Bayerischen Innenministeriums, Anhörungen vorzunehmen und, wenn nötig, den Betrieb zu untersagen.
Dass das Landratsamt bisher noch nicht tätig war, liegt an einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, das den sogenannten "sofortigen Vollzug" aufgehoben hat, weil die Autos zwar einen Mangel aufweisen, aber keine Gefährdungslage vorliege. "Auf der letzten Tagung der Oberpfälzer Landräte wurde vereinbart, noch keine Bescheide zu erlassen", erklärt Prößl. Die selbe Auskunft erteilt ihr Tirschenreuther Amtskollege Walter Brucker. In seinem Landkreis sind 17 Autofahrer betroffen, auch diese haben von der Zulassungstelle noch nichts gehört.
Anders im Landratsamt Amberg-Sulzbach: "Wir haben die Autohalter angeschrieben", erklärt Sprecherin Christine Hollederer. In den 30 Fällen ging es aber um eine Information. Verbindliche Bescheide habe das Amt nicht erlassen. Ebenfalls Kontakt hat der Landkreis Schwandorf mit den 43 Betroffenen aufgenommen. Laut Sprecher Hans Prechtl zeichne sich bislang bei drei Haltern ab, dass sie der Aufforderung nicht nachkommen und den juristischen Weg einschlagen. Bis zur Entscheidung eines Gerichts dürfte ihnen dann freistehen, ihr Auto weiter zu fahren.
Betroffen sind VW- und Audi-Modelle der Baujahre 2009 bis 2014 mit "EA 189"-Dieselmotor. In diesem ist eine illegale Abschaltvorrichtung zur Abgasreinigung verbaut. Das Weidener Autohaus RSZ Stegmann hat in den vergangenen Monaten rund 2000 Autos umgerüstet. Bei den 2 Liter-Motoren reiche ein Software-Update, bei den 1,6-Liter-Modellen müsse zudem ein kleineres Bauteil nachrüstet werden, erklärt Geschäftsführer Berthold Raab. In der Regel sei die Umrüstung unkompliziert. Bei drei bis vier Prozent der Autos war aber zusätzlich ein Wechsel des Abgasrückführungsventils nötig.

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