Auf das Gespräch mit der Gitarre kommt es an

Musikerin Jean LeLá gastiert am 30. Januar bei "Klein & Kunst"

Die Liedermacherin Jean LeLá gastiert am 30. Januar bei Klein & Kunst in Weiden.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Die „Klein & Kunst“-Reihe in der Max-Reger-Halle (Untergeschoss) geht am Donnerstag, 30. Januar (20 Uhr), in die nächste Runde: Erwartet wird die Singer-Songwriterin Jean LeLá, die auch die hohe Kunst des Gitarre-Spielens beherrscht. Die Kulturredaktion hat sich im Vorfeld mit der Künstlerin über ihre musikalischen Prägungen unterhalten.

ONETZ: „Jean LeLá“ – ich muss Sie natürlich fragen, was hinter dem Namen steckt…

Jean LeLá: So wie in meinem Namen gibt es auch in meinen Liedern und in meiner Persönlichkeit maskuline und feminine Ansichten, die ich lebe und vertrete, passend zum Französischen "Le" und "La".

ONETZ: Wenn ich mir Ihren Lebenslauf anschaue, dann fällt mir besonders das Jahr 1997 auf. Mit gerade einmal 21 Jahren sind Sie zum Musikmachen in die USA. Spontan entschieden oder lange geplant?

Jean LeLá: Als Kind habe ich oft Lurchi-Bücher angesehen. Außerdem mochte ich die Filme von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Ich habe mir dann immer vorgestellt, dass ich durch die Welt ziehe, Land und Leute kennen lerne. Das mit USA hat sich ergeben, die Idee ist mit einem Freund entstanden, der ursprünglich mitkommen wollte. Acht Wochen später bin ich dann abgereist- alleine. Der Freund hatte während dieser Zeit seinen Traumjob bekommen.

ONETZ: Wie hat Sie die Zeit in den USA musikalisch geprägt?

Jean LeLá: Schon lange bevor ich nach Amerika ging, hörte ich englischsprachige Musik. Der Grundstein dieser Prägungen war also schon lange vor meiner Ausreise da. Ich war neugierig auf die Welt da draußen und auch ziemlich naiv. Ich wollte herausfinden über welche Inhalte Musiker und Bands wie The Police, Chicago, Jethro Tull, Dan Vogelberg, Joan Baez, Carole King, Joni Mitchell singen, insbesondere Melissa Etheridge und ihre berühmte „Barbara from Nashville“. Mich interessierte wie Studios von Innen aussehen, wie die Räume klingen, wie die Profis Lieder schreiben.

ONETZ: Sie hatten sicherlich auch viele nachhaltige Begegnungen…

Jean LeLá: Die Menschen dort haben mich positiv geprägt. Diejenigen, die ich kennenlernen durfte, leben ressourcen- und lösungsorientiert, offen, herzlich, ehrlich. Trotz bürgerlicher Countrymusik ist Nashville ein Traum für eine Musikerin wie mich. Ein guter Freund und klasse Gitarrist dort sagte mir, dass es bei einem guten Gitarristen weniger auf die Bodeneffekte ankäme als auf das Gespräch zwischen einem selbst und dem Instrument. Das versuche ich täglich mit jedem Lied wieder aufs Neue.

ONETZ: Wie würden Sie Ihren Musikstil heute charakterisieren?

Jean LeLá: Mein Musikstil ist ein Ausschnitt aus meinem Leben. Meine Resilienz. Eine fröhliche Mischung aus Rock, Pop, Country und Blues. Normalerweise erwähne ich an dieser Stelle auch den Jazz- wobei ich keinen Freestyle mache, sondern mich eher dem Old School hingezogen fühle.

ONETZ: Was bewegt und beschäftigt Sie in Ihren Liedern?

Jean LeLá: Inhaltlich geht es nicht nur um sonnige Seiten des Lebens, der Liebe, Vertrauen, den Visionen. Sondern auch um die Schattenseiten, aus Fehlern, die ich bisher gemacht habe und den teilweise daraus resultierten Ressourcen und Lösungen. Derzeit kursiert in Niedersachsen eine Postkarte, die ich ganz gut finde. Auf der steht: Du verlierst nicht. Entweder Du gewinnst oder Du lernst.

ONETZ: Sie haben im letzten Jahr eine mehrjährige Bühnenabstinenz beendet. Was hat Sie dazu bewogen, wieder aufzutreten?

Jean LeLá: Die Zeit war reif.

Info:

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