Kindermörder muss an Mutter zahlen

Das Landgericht Weiden hat den Mörder des neunjährigen Maximilian K. aus Vohenstrauß zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt.

Die Zivilkammer am Weidener Landgericht hat einen verurteilten Mörder zu Schmerzensgeld an die Mutter seines Opfers verurteilt.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Der zu lebenslänglich verurteilte Oliver H. (37) soll 58 000 Euro Schmerzensgeld an die Mutter des getöteten Kindes zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Beklagte kann Berufung beim Oberlandesgericht Nürnberg einlegen.Die Zivilkammer unter Vorsitz von Richter Thomas Hys stützt sich dabei auf das Mordurteil des Landgerichts vom Oktober 2016. Die Beweiswürdigung der Strafkammer sei "absolut überzeugend", wonach der Bub im August 2014 nach kräftigen Schlägen durch den Beklagten starb. Der Zivilrichter berücksichtigte auch, dass Maximilian K. in den acht Wochen vor der Tat von dem Nachbarn bereits gequält worden war. Die alleinerziehende Mutter war zur Kur und hatte ihren Sohn dem Wohnungsnachbarn, ebenfalls alleinerziehender Vater eines etwa gleichaltrigen Sohnes anvertraut.

Die insgesamt 45 000 Euro Schmerzensgeld für Maximilian K. gehen an die Mutter als Erbin. Auch für die 39-Jährige hielt das Gericht Schmerzensgeld in Höhe von 13 000 Euro für angemessen. Der Beklagte hatte der Oberbayerin am Abend der Tat eine Pfanne auf den Kopf geschlagen. Auslöser war ein Streit über seine Erziehungsmethoden. Nach dem Tod ihres Sohnes litt die Klägerin an Suizidgedanken und Depressionen. Ihr ganzes Leben sei aus den Fugen geraten, so ihr Anwalt Werner Buckenleib.

Oliver H. hatte nach dem Urteil auf lebenslange Haft alle erdenklichen Rechtsmittel eingelegt. Er scheiterte mit einer Revision am Bundesgerichtshof. Eine Verfassungsbeschwerde wurde vom Bundesverfassungsgericht erst gar nicht angenommen. Der Verurteilte argumentiert, dass ihn sein Wahlverteidiger, Ulrich Dost-Roxin aus Berlin, im Strafprozess nicht ordentlich vertreten habe. Er sei von ihm in seinen Mitwirkungsrechten als Angeklagter massiv beschränkt worden. Aktuell hat der 37-Jährige einen Anwalt aus Karlsruhe.

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