Meinung Kommentar zum Corona-Meldewesen: Der Ponyexpress in der Pandemie

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RKI und LGL sind seit Beginn der Pandemie in der Kritik, oft auch zu Unrecht. Allerdings gibt es einen Punkt, bei dem man nur den Kopf schütteln kann: Das Meldesystem der verschiedenen Ämter untereinander, kommentiert Wolfgang Würth

Coronatests bei der Auwertung
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
Kommentar

Es ist sicher ungerecht, den Ämtern vorzuwerfen, dass ihre Arbeitsweise zu Verzerrung bei den statistischen Daten zur Pandemie führt. Es ist nicht die erste Aufgabe von LGL und RKI, für perfekte Datenlage zu sorgen. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht über manche Abläufe innerhalb und zwischen den offiziellen Stellen wundern darf.

Weshalb in Cloud-Zeiten zum Beispiel ein solches Meldewesen wie das deutsche nötig ist, dürften Chinesen oder Südkoreaner kaum verstehen. Schon das Wort "Meldekaskade" klingt so alt und aus der Zeit gefallen, wie die Abläufe zwischen den beteiligten Stellen tatsächlich anmuten. Das gilt auch und immer noch, wenn die Daten inzwischen nicht mehr per Fax weitergegeben werden, wie es wohl am Anfang der Pandemie noch Standard war.

Das "Weitergeben" an sich ist schon ein Problem. Es muss möglich sein, dass die von den Gesundheitsämtern erfassten Daten allen Stellen zugänglich sind - im Moment der Erfassung. Statt dessen hat Deutschland sich ein Pandemie-Meldesystem gegeben, das an Ponyexpress aus dem Western erinnert. Auch nach zehn Monaten Corona ist die Situation nicht zeitgemäß. Gerade im Umgang mit hohen Infektionszahlen wäre eine angemessene Datenverarbeitung wichtig. Es scheint hier viel Nachholbedarf zu geben - immer noch.

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