Kommentar: Michelle Obama, bitte übernehmen Sie!

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

US-Präsident Donald Trump verbreitet Hass und Angst. Im Gegensatz zu ihm geht die ehemalige First Lady wesentlich souveräner mit den Themen Polizeigewalt und Rassismus um. Ginge es nach Maria Oberleitner, sie könnte Trump sofort ablösen.

Ein Demonstrant hält ein Plakat bei einem Protest vor dem Trump Tower. Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners Floyd durch einen weißen Polizisten führte zu landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil
Kommentar

Es wird Zeit, dass Amerika einen genauen Blick auf seine Polizei und ihre Methoden wirft. Nicht nur die Behörde in Minneapolis sollte daraufhin überprüft werden, ob sie systematisch Minderheiten diskriminiert - denn das ist zu wenig. Dass es zu einer Untersuchung erst kommt, nachdem ein Mensch gewaltsam zu Tode kam, spricht jedenfalls nicht für die Polizei - und auch nicht für den Präsidenten, der den Zwiespalt in der amerikanischen Bevölkerung nur noch anheizt. Donald Trump verbreitet Hass und Angst und versucht so, seine Anhänger weiter zu radikalisieren. Dass das gefährlich und fahrlässig ist, sollte er eigentlich wissen.

Ganz im Gegensatz zu Donald Trump schafft es zum Beispiel Michelle Obama in nur wenigen Worten, Hinterbliebenen ihr Bedauern auszusprechen und Menschen zu vereinen. Sie bringt es auf den Punkt: Menschen müssen sich gemeinsam dafür einsetzen, den Rassismus zu entwurzeln. Man möchte sagen: "Michelle Obama, bitte übernehmen Sie!" Schade, dass das eher unwahrscheinlich ist.Stattdessen ist jemand im Amt, der wie Brandbeschleuniger wirkt. Es geht ihm nicht um Frieden oder Recht, er schert sich nicht um Wahrheit. Er hat nur zwei Dinge im Sinn: Polarisierung und Macht. In seiner Logik, in der er sich als Mittelpunkt der Welt begreift und sich nicht um das Wohl anderer schert, solange sie ihm keinen Nutzen bringen, kann er deshalb auch zündeln, was das Zeug hält. Die Meinungen und Forderungen derjenigen, die gerade auf die Straße gehen, um Rassismus und Polizeigewalt anzuklagen, können Trump allerdings egal sein - errechnet sowieso nicht mit ihren Stimmen.

Ein Blick auf die Proteste - vor Ort: Oberpfälzer in Amerika

Deutschland und die Welt
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.