Kommentar: "Schlafschafe" aufgewacht - Wir brauchen mehr Medienkompetenz

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Was uns in dieser Krise helfen könnte, wäre auch eine Immunität gegen extreme Ideologien und Falschnachrichten, findet Maria Oberleitner. Denn das Wissen darüber, welche Meldungen seriös sind, würde unsere Gesellschaft stärken.

Wutbürger.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil
Kommentar

Wer sich in der jetzigen Pandemie zu Massendemonstrationen ohne jeglichen Abstand und ohne Masken trifft, der handelt verantwortungslos. Demonstrierende werden das nicht gerne hören, aber: Wir befinden uns - immer noch - mitten in der Pandemie.

Zu wenig wissen wir über das Virus und seine Verbreitung. Was wir allerdings längst gelernt haben müssten, ist Medienkompetenz. Weiten Teilen der Gesellschaft fehlt diese jedoch. Zu viele laufen lieber blind dem Mythos einer vermeintlichen "Corona-Diktatur" hinterher, statt ihre Freiheit als solche zu erkennen und sich gegen deren Missbrauch durch Extremisten zu wappnen. Was uns fehlt, ist auch eine Immunität gegenüber extremen Ideologien und Falschnachrichten.

Demonstration in Weiden

Weiden in der Oberpfalz

Viele Menschen haben Angst, sind verunsichert, ohnmächtig. Sie bangen um ihren Job, um ihre Liebsten, um ihr Leben. Niemand weiß, was in zwei Wochen sein wird. Die Faktenlage kann sich beinahe stündlich ändern. Gerade in einer solchen Krise fallen Verschwörungsmythen auf sehr fruchtbaren Boden: Erzählungen, die uns einen Schuldigen auf dem Silbertablett präsentieren, versprechen uns zwar eine Reduktion der Komplexität dieser Krise - eine zwingende Verbesserung unserer Situation bringen sie allerdings nicht. Sondern nur: Angst, Angst und noch mehr Angst.Wir müssen genau hinsehen, um Fake-News und Verschwörungsmythen zu erkennen und als solche zu bezeichnen. Und wir dürfen uns nicht von Verschwörungstheoretikern, Neonazis und Linksextremisten verführen lassen: Sie bieten zwar oft einfache Lösungen an - doch meist sind diese schon auf den zweiten Blick unlogisch und wirr.

Auf Twitter trendet der Hashtag #Verschwörungsfilme.

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Kommentare

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Franz Wölfl

Dazu benötigt man keine "Medienkompetenz", sondern einfach gesunden Menschenverstand.

12.05.2020
Tobias Punzmann

Medienkompetenz - das ist die Kompetenz, in den Medien die Bestätigung seiner Meinung zu finden.

Jede noch so abseitige Ansicht, für die man früher am Stammtisch noch als Dorfdepp ausgelacht wurde, findet mittlerweile irgendeine Bestätigung durch irgendwelche "Experten" oder Gleichgesinnte.

12.05.2020