Künstler wollen mehr Farbe auf den Straßen

Tom Brankovic, Gerda Moser und Elisabeth Wegmann vom Oberpfälzer Kunstverein Weiden nehmen an einer internationalen Straßenkunstausstellung in Pilsen teil. Damit schließen die Künstler eine "Baulücke".

von Ulla Britta BaumerProfil

21 großflächige Kunstwerke an der "Baulücke" im Stadtzentrum von Pilsen, außergewöhnliche Jazzmusik von jungen tschechischen Bands, ein kühles Pilsner und interessante Begegnungen mit Kunstschaffenden von hüben und drüben: Einmal jährlich findet im August in Pilsen ein großes Straßenfestival statt mit Musik, Kunst, außergewöhnlichen Treffen und jeder Menge junger Leute.

Seit vielen Jahren schon nehmen daran auch Künstlerinnen und Künstler des Oberpfälzer Kunstvereins Weiden teil. Sehr zur Freude des OKV fand die Vernissage zur Kunstausstellung "Farbe auf der Straße 2020" im Rahmen des Festivals gemeinsam mit der Union bildender Künstler Pilsen und Oberpfälzer Künstlern trotz der Pandemie auch in diesem Jahr statt. Die Mitglieder Tom Brankovic aus Schönkirch (Kreis Tirschenreuth), Gerda Moser aus Schirmitz (Kreis Neustadt/WN) und Elisabeth Wegmann aus Bindlach bei Bayreuth reisten am Freitag nach Pilsen, wo die Open-Air-Ausstellung an der "Baulücke" eröffnet wurde. Unter den Festrednern befand sich auch Veronika Hofinger, die Leiterin des Centrums Bavaria Bohemia in Schönsee, in dem die Ausstellung ab 3. September gezeigt wird. Noch bis 30. August können die eindrucksvollen Werke der tschechischen und Oberpfälzer Künstler in Pilsen an der Stadtmauer und erstmals auch am Flussufer der Berounka angeschaut werden.

Jedes Jahr vergibt die Union der Bildenden Künstler Pilsen für die Ausstellung an der Mauer ein Thema. Diesmal widmeten sich die Aussteller bei ihrer Arbeit dafür der "Suche nach der Schönheit". Nicht nur die äußerliche, auch die innere Schönheit des Menschen war gefragt, wie die Kuratorinnen Kveta Monhartova und Anna Arnetova erläuterten. Die Frauen sprachen davon, wie das Virus mitten in die Vorbereitungen für das Festival geplatzt sei. Aber: "Corona konnte uns nicht stoppen." Bewusst habe man aber deshalb diese Thematik gewählt, um das Schöne auf der Welt in den Vordergrund zu rücken.

Tom Brankovic hat die Thematik im Sinne der Mütter dieser Welt umgesetzt. Für ihn sei eine Mutter mit Kind das Schönste, was es gibt. Auf seiner über zwei Meter großen Leinwand verkörpert der bunte Lebensbaum, unter dem Mutter und Kind stehen, das Schöne im Leben. Gerda Moser hat für ihre Interpretation die Farbe Blau gewählt. Alles fließt in ihrem Werk, auf dem sie die Möglichkeit des freien Fortbewegens auf der Welt als ihre Schönheit darstellt. Mit der inneren Ruhe eines Menschen, dargestellt mittels einer grünen Hügellandschaft, hätte Elisabeth Wegmann ihre Gedanken zur Schönheitssuche nicht besser ausdrücken können.

Alle drei Künstler nehmen erstmals an dieser Schau teil. Die Werke werden im Zentrum von Pilsen an der "Baulücke" bis 31. August bleiben. Es lohnt auch ein Spaziergang zum Fluss Berounka, wo am Ufer weitere Bilder gezeigt werden.

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