Kulturbühne Weiden startet wieder: „Wir wagen einen Neuanfang“

Theater und Musik gehören zu den Kernveranstaltungen in der Weidener Max-Reger-Halle. Dass sich dort im Herbst 2020 kulturell etwas „tut“, ist dem Engagement von Veit Wagner, Stefan Voit und Geschäftsführer Johannes Häring zu verdanken.

Mit dem 3-Personen-Stück „Ein ganzes Leben“, nach dem Roman des bekannten österreichischen Autors Josef Seethaler, startet die Kulturbühne Weiden am 11. November in die neue Saison. Inszeniert wird es von der Württembergischen Landesbühne.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Auf abwechslungsreiche Theatergastspiele der „Kulturbühne“ und facettenreiche Konzerte im Rahmen der „Klein & Kunst“-Reihe dürfen sich die Besucher freuen. Die Kulturredaktion hat sich mit den Vorsitzenden über die Saison unterhalten, die bereits am 24. September beginnt.

ONETZ: Herr Wagner, es gibt in diesem Jahr doch noch eine Saison der „Kulturbühne“. Haben Sie lange damit gerungen, in Corona-Zeiten etwas zu organisieren?

Veit Wagner: Dieses Virus hat uns alle ganz schön hergebremst, irgendwie gelähmt. Wir von der Kulturbühne mussten zusehen, wie unser Programm auf Null zusammenschrumpfte. Wichtige Theaterabende, die wir uns mit vielen jungen Zuschauern und Schülern vorgestellt hätten, waren gestrichen. Übelst faul kann man da schon werden. Dennoch, das Angebot der Kulturbühne soll ja weiter Werbung machen für Theater aus der ganzen Republik - und das in Weiden!

ONETZ: Wann startet die Theatersaison? Wie viele Besucher dürfen insgesamt unter Maßgabe der Hygieneregeln in die Max-Reger-Halle?

Veit Wagner: Wir beginnen am 11. November mit „Ein ganzes Leben“, nach dem Roman von Josef Seethaler, aufgeführt von der Württembergischen Landesbühne. Es folgt „Ein Mord wird angekündigt“, ein Krimi von Agatha Christie, in Szene gesetzt durch das Berliner Kriminaltheater. Das große Schiller-Drama „Maria Stuart“ wird von der Bremer Shakespeare Company präsentiert. „Der zerbrochene Krug“ zeigt die Theater Kompagnie Stuttgart. Zum Abschluss präsentieren wir „Alles Fleisch“. Was die Vorschriften der Hygieneregelungen betrifft: Wir können bis maximal 200 Zuschauer unterbringen. Sie werden freilich in Abständen zueinander sitzen müssen.

ONETZ: Herr Voit, auch mit „Klein & Kunst“ geht es in diesen Tagen wieder los. Allerdings anders als gewohnt…

Stefan Voit: Ja, wir verlassen – Corona-bedingt – unsere gute Stube im Untergeschoss und ziehen in den 1. Stock. Angedacht war, auf die große Bühne zu gehen, aber das klappt wegen der Umbaumaßnahmen nicht. Auch im mittleren Saal wird es spannend. Wir bringen dort bis zu 80 Zuhörer unter.

ONETZ: Die vergangene „Klein & Kunst“-Reihe endete aufgrund der Corona-Pandemie abrupt. So manches Konzert, auf das man gefreut hatte, fiel aus…

Stefan Voit: Das stimmt, aber einiges holen wir in dieser Saison nach: Dabei sind Dr. Will & The Wizards und Black Patti – und damit zwei Formationen, die gecancelt werden mussten. Starten werden wir am 24. September mit dem Singer/ Songwriter Gregor McEwan.

ONETZ: Herr Wagner, die Erfahrungen und Besucherzahlen der vergangenen Jahre zeigen ja, dass man Weiden und das Umland trotz hochklassiger Inszenierungen nur bedingt als „theateraffin“ bezeichnen kann. Befürchten Sie, dass sich das durch Corona noch verschlimmern wird?

Veit Wagner: Ob die Zuschauerzahlen steigen werden oder gar noch weiter zurückgehen? Das ist die Frage. Vielleicht sind die Menschen nach diesen Sperrzeit-Erfahrungen sensibler geworden und schätzen kulturelle Möglichkeiten wieder mehr als früher. Vielleicht auch zögern viele noch und meiden größere Ansammlungen. Es ist überhaupt die Frage, ob wir ab 2021 schon alle "über dem Berg" sind.

ONETZ: Wie kann es gelingen, die Menschen wieder stärker für Theater, ja für anspruchsvollere Kultur insgesamt, zu begeistern? Welche Wege kann die „Kulturbühne“ hier einschlagen?

Veit Wagner: Es stehen wahrscheinlich viele Einrichtungen vor diesem Problem. Hier in unserer Region sind ja einige Akteure unterwegs, die Menschen für Theater begeistern. Das LTO und andere Theatergruppen setzen da deutliche Akzente. Die Kulturbühne versucht es mit den Möglichkeiten der Max-Reger-Halle. Es wird immer wieder gesagt, dass speziell auch junge Zuschauer zum Theater geführt werden sollen. Da müssen speziell die Schulen, vor allem die Gymnasien in der Region, ihren Teil leisten. Sie hätten doch den Auftrag, ihre Schüler zu begeistern, mit ihnen zusammen Theaterstücke vor Ort zu besuchen und zu besprechen. Theater in kleineren Räumen wäre eine andere Möglichkeit, um Theater intensiv zu erleben. Wir wagen einen Neuanfang, planen weiter und freuen uns über jeden, der kommt.

http://www.kulturbuehne-weiden.de/

Info:

Programm 2020/21

Theater:

11. November: „Ein ganzes Leben“ (3-Personen-Stück nach dem Roman von Robert Seethaler)

3. Dezember: „Ein Mord wird angekündigt (Ein Krimi von Agatha Christie)

3. Februar: „Maria Stuart“ (Drama von Schiller)

16. März: „Der zerbrochene Krug“ (Klassiker von Kleist)

13. April: „Alles Fleisch“ (brandaktuelles Stück der Berliner Compagnie)

Die Theateraufführungen beginnen um 19.30 Uhr im großen Saal der Max-Reger-Halle

Klein & Kunst:

24. September: Gregor McEwan

22. Oktober John Garner

19. November: Jakob Dobers

19. Dezember: Katja Werker

28. Januar: Kitty Solaris

11. Februar: Dr. Will & The Wizards

11. März: Black Patti

15. April: Saoirse-Mhor-Trio

Die Konzerte finden immer donnerstags um 20 Uhr im Gustav-von Schlör-Saal (1. Stock) statt.

Karten gibt es beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0, an der Abendkasse und unter www.nt-ticket.de

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