Kunstverein startet neu durch: „Am Ende des Regenbogens“

Der Kunstverein Weiden hat die durch Corona verursachte Zwangspause beendet – der „Restart“ erfolgt aktuell mit einer von Wolfgang Herzer kuratierten Ausstellung, die besondere Schätze aus dem Lagerbestand zeigt.

Wenn der Kurator zum Künstler wird: Wolfgang Herzer hat mit Werken aus dem Lagerbestand des Kunstvereins eine vielfältige und doch stimmige Ausstellung geschaffen.
von Holger Stiegler (STG)Profil
Der Löwenzahn von Thomas May ist eines der Exponate, das gezeigt wird.

„Vernissagen wie früher, die auf unmittelbarer Kontakt-Ebene mit den Künstlern stattfinden, bleiben vorerst ein Hoffnungsschimmer“, sagt Kunstverein-Vorsitzender Wolfgang Herzer. Deshalb hat die aktuelle Ausstellung auch einen passenden Doppeltitel bekommen: „Am Ende des Regenbogens - Aus dem Lager“. Der Titel „Aus dem Lager“ führt in die bald 30-jährige Geschichte des Kunstvereins und das besondere Aufgaben-Spektrum des Vereins. „Dazu gehört eben nicht nur die theoretische Vermittlung zeitgenössischer Strömungen und ihrer Ausdrucksformen, sondern auch eine praktische Form der Vermittlung ist hier angesagt“, berichtet Herzer.

Man bemühe sich dabei – unter dem Motto: „Das am besten vermittelte Kunstwerk ist das verkaufte“ – das Publikum zum Kunstkauf zu animieren, ästhetische Leidenschaft zu entfachen, um nicht zuletzt auch die Lage des freischaffenden, künstlerischen Berufsstandes zu verbessern, die ja immer schon, auch vor der Corona-Krise, prekär gewesen war. Um dies zu realisieren, hat Kurator Herzer bei der Auswahl der Werke tief im Lagerbestand mit etwa 300 möglichen Exponaten geforscht.

„Manche Kunstfreunde werden ein Wiedersehenserlebnis haben“, ist Herzer überzeugt. Dabei sei das Spektrum der Lagerbestände breit gefächert und zeige Qualitätvolles quer durch alle Ebenen der allgemeinen Kunstwelt. „Da kommen örtlich und regional bekannte Namen mit Namen der internationalen documenta-Szene zusammen, allen voran Franz Erhard Walther, dessen Gesamtwerk aktuell im Haus der Kunst in München zu sehen ist“, erklärt Herzer. Neben Walther werden unter anderem Werke von Liz Bayerlein, Klaus von Gaffron, Thomas May, Edith Deyerling, Josef Felix Müller, dem Münchener KingKongKunstkabinett, Günter Dollhopf und Martin Minde gezeigt.

Sämtliche Exponate eine ein bestimmter Grundsatz, der Herzer ganz wichtig ist: „Kunst wird mit dem Alter nicht schlecht, sondern bleibt taufrisch!“ Er selbst habe sich als Kurator der Aufgabe gestellt, mehrere Kunstwerke verschiedener Künstler in eine Verbindung zu bringen. „Als Kurator schlüpfe ich in die Rolle des Künstlers und sorge so für eine Art Wundertüte mit einer Werkauswahl, die meiner Ansicht nach zusammenpasst“, ergänzt Herzer. Aktuell sei nur ein Ausschnitt aus dem Kunstvereins-Lager zu sehen, der aber Lust auf mehr machen könnte, bevor die Form der Einzel – und Gruppen-Präsentation von Künstlern wieder Sinn mache.

Info:

Service

Darüber hinaus kann sich der Besucher auch die Dauerausstellung "Museum Max Bresele" anschauen, das mit dem Nachlass des 1998 verstorbenen Künstlers in die Alternativ-Szene der 1980er und in die WAA-Jahre zurückführt. Geöffnet ist Donnerstag bis Samstag von 18 bis 22 Uhr, während der Öffnungszeiten des Vereins-Cafes Neues Linda oder nach telefonischer Vereinbarung unter Telefon0151/61481710. Auf Wunsch führt Kurator Wolfgang Herzer durch die Ausstellung

https://kunstvereinweiden.de/

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