Zur Militäroffensive: "Kampf gegen Terrororganisation"

Die türkische Militäroffensive beschäftigt die Welt. Der Weidener Ersan Uzman stammt aus der Türkei. Seiner Meinung nach ist Operation gerechtfertigt. Er nennt seine Gründe.

Ersan Uzman lebt seit 53 Jahren in Weiden. Damals kam er aus Istanbul in die Oberpfalz. Er betont, bei dem Konflikt in Syrien gehe es nicht um eine Auseinandersetzung zwischen Türken und Kurden, sondern um einen Kampf der Türkei gegen eine terroristische Organisation.

"Die Kurden sind unsere Brüder. Wir leben zusammen, wir gehören zusammen", sagt er. Die Kurdenmiliz YPG hingegen provoziere den türkischen Staat schon seit geraumer Zeit. Daher sei die türkische Militäroffensive gerechtfertigt. "Was diese Organisation möchte, ist einen eigenständigen Staat gegen international geltendes Recht zu gründen." Damit bezieht sich Uzman auf die Behauptung der türkischen Regierung, die YPG verfolge Autonomiebestrebungen, die sich auch auf einige Regionen innerhalb der Türkei ausweiten könnten.

Die Sanktionen der USA, Deutschlands und Frankreichs gegen die Türkei als ihren Nato-Partner kann Uzman nicht nachvollziehen. "Die Türkei hat die Nato bei allen Offensiven unterstützt. Jetzt wird sie von ihren Partnern als Gegner gesehen", beklagt der 70-Jährige. Er könne nicht verstehen, warum die Türkei keine Unterstützung bekomme. Vielmehr würden die anderen Nato-Mitglieder der YPG unter die Arme greifen.

Gleichzeitig ist er aber auch davon überzeugt: "Die Türkei braucht keine Hilfe von ihren Bündnispartnern. Alles, was sie möchte, ist, ihre Operation in Ruhe durchzuziehen." Oberstes Ziel sei es, in den betroffenen Gebieten eine Sicherheitszone zu errichten. "Da möchte die Türkei die vielen syrischen Flüchtlinge ansiedeln und ihnen Siedlungen bauen", sagt Uzman. Er wirft den USA vor, sie hätten die YPG mit Waffen beliefert und deren Kämpfer ausgebildet. Das bekomme die Türkei nun zu spüren.

Oberpfalz-Medien haben auch den Europaabgeordneten Ismail Ertug (SPD) um ein Statement zur türkischen Militäroffensive gebeten. Aus seinem Büro erreichte die Redaktion die Mitteilung einer Mitarbeiterin, der Politiker äußere sich nicht weiter zu Themen, die sich auf die Türkei beziehen. Diese Entscheidung habe er "aufgrund von Anfeindungen aus der nahen Vergangenheit, denen er als aktiver Politiker leider häufig schutzlos" ausgesetzt sei, getroffen.

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