Auch ein Redakteur wird mal krank

Eine Zeitung muss aktuell sein. Der Leser erwartet das zu Recht. Wenn es nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte, kann das einen nachvollziehbaren Grund haben. Ein "aktuelles" Beispiel.

Wenn ein Kollege wegen Erkrankung ausfällt, kann das eine Lokalredaktion vor Probleme in Sachen Aktualität stellen.
von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

Leser Hans S. wandte sich am vergangenen Wochenende mit folgender Mail an die Weidener Lokalredaktion: "Die letzte öffentliche Stadtratssitzung fand in Weiden am Montag, den 28.1.2019, statt. Am Freitag, den 8.2 2019, also 11 Tage später, berichteten Sie als unsere aktuelle Tageszeitung auf Seite 25 über ,Platz für Kunstrasen'. Es ist mir schon klar, dass man aus einer Sitzung mit vielen Tagesordnungspunkten nicht innerhalb drei Tagen alles berichten kann, das muss man schon ein wenig verteilen. Aber man könnte doch täglich einen Punkt daraus behandeln."

Zudem hielt der Leser fest: "Es waren 10 Ausgaben bis zum 8.2.2019. Es kam schon ein Bericht über die Straßenausbaubeiträge, über das Tierheim usw. Aber auf den Bericht über den Kunstrasenplatz musste ich 11 Tage warten. Ich dachte schon, der Punkt wurde in der Sitzung wegen Zeitmangel nicht mehr behandelt, aber dem war nicht so. Am besten wäre es wohl für die Bürger, die zeitnah informiert werden wollen, persönlich als Zuhörer in eine Stadtratssitzung zu gehen und sich (...) reinzusetzen und zuzuhören. Aber das kann und will halt nicht jeder." Der Leser schloss mit den Worten: "Ich hoffe in Zukunft (...) auf zeitnahere und schnellere Berichterstattungen."

Die betroffene Kollegin, Reporterchefin Simone Baumgärtner, erläuterte in ihrer Antwort, warum der Artikel erst verspätet erschienen war: "Ihre Kritik ist berechtigt: Eine zeitnahe Berichterstattung ist in diesem Fall tatsächlich nicht erfolgt. Das aber hatte Gründe. Menschlicher Art. Ich wurde krank! Und es tut mir wirklich leid, dass darunter die Berichterstattung leiden musste bzw. sie derart verzögert wurde."

Dass ein Kollege erkrankt und nicht von einer Veranstaltung berichten kann, die er kurz zuvor besucht hat, passiert nicht so häufig. Wenn doch, dann kann das tatsächlich unmittelbare Auswirkungen auf die Berichterstattung haben. In dem geschilderten Fall ist es eben nicht möglich und sinnvoll, dass ein anderer Kollege über eine Sitzung des Stadtrats schreibt, in der er nicht anwesend war.

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