Ist das der Selbe? Ja, er ist es: Bernhard "Potsch" Potschka, legendärer "Spliff"-Gitarrist, kann auch ganz anders - nämlich ziemlich südländisch-spanisch. Bei der "Klein & Kunst"-Reihe im Untergeschoss der Max-Reger-Halle beweist er das auf vorzügliche Art und Weise. Mit seinem Bühnenpartner Frank Müller-Brys bildet er das Gitarren-Duo "Gitarra Pura", knapp zwei Stunden lang nehmen die Instrumentalisten die Zuhörer mit zu selbstgemachter, klassischer, spanisch beeinflusster, akustischer Gitarrenmusik.
Der Abend beweist wieder einmal: Es braucht nicht viel Brimborium für einen musikalischen Hochgenuss. Potschka und Müller-Brys sind zwei ausgewiesene Gitarrenvirtuosen und präsentieren am Donnerstagabend eine rhythmisch ausgereifte Musikreise. Es muss sich freilich niemand dafür schämen, wenn er oder sie mit den Titeln des Abends erst einmal nichts anfangen kann: Die Kompositionen stammen von den beiden Künstlern selbst.
Das Duo widmet den ausgewählten Stücken die höchste Konzentration, die Instrumente treten miteinander in Dialog, helfen sich gegenseitig, wechseln sich ab in der Stimmführung. Kreative Gestaltungskunst auf der Gitarre - hier wird sie deutlich hörbar. Und es wird an diesem Abend auch erzählt, in erster Line musikalisch, ergänzt von Erläuterungen Potschkas zu den einzelnen Werken. Das Publikum lernt den Fluss kennen, an dem Bernhard Potschkas Finca während seines Spanienaufenthalts lag ("El Rio Garganta"), die Zuhörer begleiten die Künstler entlang der alten Straße ("La Calle Antigua") und beobachten den Tanz der Engel ("El Baile De Los Angeles").
Potschka erzählt, er habe eigentlich in Spanien eine Band gründen wollen. Der Plan sei aber damals daran gescheitert, dass Ausländer bei jener traditionellen Art der Musik nicht sehr gerne gesehen seien. So gesehen also ein Glück für die Musikfreunde, dass Potschka nach Deutschland zurückkehrte, um mit seinen Klängen hier zu begeistern.
Der besondere Klang der spanischen Musik hat es den beiden Künstlern angetan, das ist bei jedem Ton des Abends zu spüren. Dieses Gefühl überträgt sich auch auf die Zuhörer, die den Liedern konzentriert lauschen und sich gerne von der Musik gefangen nehmen lassen.













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