Stille Nacht in der Weidener Kaserne

Auch Soldaten feiern Weihnachten, allerdings nicht in der Kaserne, sondern bei ihrer Familie. Bevor es aber so weit ist, haben auch Soldaten ihren Weihnachtsstress.

Oberstabsfeldwebel Thomas Eichinger am Tor zur Kaserne in Weiden

Jeden Tag wird es nun ruhiger hinter dem Tor der Ostmark-Kaserne, bis sie am Heiligabend ganz leer sein wird. Wo sonst die 720 Soldaten des Artilleriebataillons 131 ihren Dienst leisten, steht dann nur der Wachdienst am Tor, die Soldaten sind dagegen zu Hause bei ihren Liebsten. Dienstbefreiung nennt sich das im Bundeswehr-Jargon, wie Oberstabsfeldwebel Thomas Eichinger erklärt. Er ist mit den Vorbereitungen und Planungen zum Tag der offenen Tür beauftragt, der am 21. Juni 2020 geplant ist.

Bevor in der Kaserne aber die weihnachtliche Ruhe einkehrt, ist es beim Artilleriebataillon 131 nicht anders als anderswo: Die Wochen vor dem Fest zählen zur stressigsten Zeit des Jahres.

Oberstabsfeldwebel Thomas Eichinger vorm Eingang zum Stabsgebäude. Über die Feiertag ist hier in der Kaserne kaum Betrieb, nur die Handwerker erledigen Instandhaltungsarbeit.

Das begann in diesem Jahr bereits im November, als das Bataillon unter Führung von Oberstleutnant Sven Zickmantel zwei Novemberwochen auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr trainierte. Danach zeigte sich die Truppe immer wieder von ihrer spendablen Seite. Beim Weihnachtsmarkt der Mannschaftssoldaten kamen zum Beispiel 1100 Euro zusammen, über den sich die Kinderkrebshilfe in der nördlichen Oberpfalz freuen durfte. Jede der fünf Batterien und der Stabszug halten ihre Weihnachtsfeier im Casino der Kaserne. Für Offiziere und Unteroffiziere ist zudem die Barbarafeier ein wichtiger Termin, schließlich ist die heilige Barbara die Schutzpatronin der Artilleristen.

Appell zum Abschluss

Den offiziellen Jahresabschluss gab es dann beim Bataillonsappell am 12. Dezember, bei dem der Kommandeur an die Höhepunkte des Jahres erinnerte. Oberstleutnant Zickmantel nannte die US-Artillerie-Übung "Dynamic Front". Neben weiteren Übungen zählte die Beteiligung mit Soldaten und Großgerät am Nato-Einsatz in Litauen zu den Höhepunkten. Auch in Schweden übten die deutschen Soldaten, testeten dort erstmals erfolgreich GPS-gesteuerte Raketen. Soldaten des Bataillons taten zudem zuverlässig ihren Dienst bei verschiedenen Auslandseinsätzen der Bundeswehr, etwa in Mali, im Kosovo und in Afghanistan.

Erholung bei den Familien

Bevor das Bataillon im Jahr 2020 wieder stark gefordert sein wird, etwa bei Übungen in Österreich und auch in Tschechien, sind jetzt ein paar Tage Ruhe und Erholung bei den Familien angesagt. Und ganz ruhig wird es in der Ostmark-Kaserne tatsächlich auch zu Weihnachten nicht, wie Eichinger verrät. Auch wenn keine Soldaten da sind, gibt es einige an laufenden Bau- und Instandsetzungsarbeiten zu erledigen, die nur zu machen sind, wenn die Kaserne leer ist.

Info:

Macht hoch die Tür ...

24 Tage, 24 Türchen: Vom 1. Dezember bis zum Heiligen Abend öffnen wir täglich nicht nur ein Türchen, sondern gleich eine komplette Tür. Menschen aus der Region gewähren dann Einblick in ein "Reich", das ansonsten verschlossen ist. Hinter den Türen verbergen sich Bilder und Geschichten aus der gesamten Oberpfalz.

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