Meinung: Tage wie diese: Markus Söder hat alles verspielt

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Im Kampf um die Kanzlerkandidatur hat Markus Söder nicht nur Armin Laschet stark beschädigt, sondern auch die Union und nicht zuletzt sich selbst, kommentiert Wolfgang Würth.

Ministerpräsident Markus Söder
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
Kommentar

Es liegen denkwürdige Tage hinter Markus Söder. Ereignisse, die weit in seine Zukunft wirken dürften. Bayerns Ministerpräsident wollte Bundeskanzler werden - so sehr, dass er bereit war fast alles dafür zu opfern. Söder hat nun verloren, aber nicht nur er.

Seine Union zieht nun mit Armin Laschet als Spitzenkandidat in die Wahl – einem Kandidaten an dem dank Söder der Makel klebt, dass nicht einmal die eigene Partei ihn für den bestmöglichen hält. Aber auch Söder ist stark beschädigt. Diese Tage haben deutlich gemacht, dass Markus Söder nur eine Priorität kennt: Markus Söder.

Dass er bereit ist, für seine Umfragewerte Überzeugungen über Bord zu werfen, hat der Franke schon früher bewiesen. Er hat sich einen Wettbewerb mit der AfD um die dumpfste Parole geliefert - um sich Wochen später mit den Grünen im Bäume umarmen zu messen. Weil er es taktisch für geboten hielt, erzählte er jedem, dass er auf keinen Fall Kanzler werden will, obwohl das Gegenteil richtig war. Wer so offensichtlich die Unwahrheit erzählt, darf sich nicht wundern, wenn man ihm nicht über den Weg traut.

Dabei schien sich Söder mit Beginn der Coronakrise doch noch zum Staatsmann zu entwickeln, dem es um "seine" Menschen geht. Dem aufmerksamen Beobachter war aber bald klar, dass auch dies eine Rolle war, die Söder spielte, weil sie seinen Umfragewerten gut tat. Auch der Kampf gegen die Pandemie war letztlich nur ein Mittel zum Zweck im Unions-internen Wahlkampf. Diesen hat er verloren. Doch nicht nur er ist nun Verlierer.

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