Weiden in der Oberpfalz
11.04.2021 - 15:41 Uhr

"Die Wellküren": Leben im Dreiklang

Der Familienname Well bürgt für künstlerische Qualität. Drei Schwestern beweisen dies seit 35 Jahren. Heute Abend widmet ihnen das Bayerische Fernsehen ein Porträt in der Reihe "Lebenslinien".

Moni (von links), Bärbi und Burgi Well sind „Die „Wellküren“. In der Sendung „Lebenslinien“ des Bayerischen Fernsehens erzählen sie von ihrem musikalischen und privaten Leben. Bild: BR/Matti Bauer
Moni (von links), Bärbi und Burgi Well sind „Die „Wellküren“. In der Sendung „Lebenslinien“ des Bayerischen Fernsehens erzählen sie von ihrem musikalischen und privaten Leben.

Die drei Well-Schwestern sind aus der Musikkabarett- und Volksmusik-Szene Bayerns nicht wegzudenken. 35 Jahre gibt es die "Wellküren" bereits, das Bayerische Fernsehen zeichnet in seiner Sendung "Lebenslinien" am Montag den künstlerischen und familiären Weg der "Schwestern im Dreiklang" nach.

Die Wiege des Bühnen-Erfolgs der Schwestern aus dem oberbayerischen Günzlhofen steht in München. Konkret ist damit die legendäre Kleinkunstbühne MUH (Abkürzung für "Musikalisches Unterholz) gemeint: Jeden Abend traten unter dem Gewölbe des Wirtshaussaals Künstler aller Art auf. Ein Auftritt dauerte eine knappe halbe Stunde, dann kam der nächste. 1986 hatten auch die drei Schwestern Burgi, Vroni und Moni Well ihren ersten Auftritt dort. Im BR-Film "Lebenslinien" berichten sie von gerade einmal neun zahlenden Gästen. "Damals waren wir so unbeschwert, so ohne jeglichen Druck. Wir hatten einfach Lust, unsere Ideen auf der Bühne auszuprobieren. Da war keine Nervosität, kein Lampenfieber, einfach nur Gaudi", erinnert sich Burgi Well im Gespräch mit Oberpfalz-Medien an den Abend zurück. Und nach dem gut 20-minütigen Auftritt, erzählt sie, habe man dann in Monis 25. Geburtstag hineingefeiert.

Erinnerungen in Günzlhofen

"Wellküren" - da steckt auch ein Teil des Familiennamens mit drin. Das Filmporträt nimmt die Spuren der Familie Well auf: Vater Hermann, Mutter Traudl und insgesamt 15 gemeinsame Kinder. Die Familie ist im Dorf Günzlhofen, wo der Vater als Lehrer arbeitet, etwas Besonderes. Gewohnt und gelebt wird im Schulhaus, ein Ort, an den die drei Musikerinnen im Film zurückkehren. Hier wird sich erinnert an das Familienleben, an die "Badetage" in der Badewanne und auch an die "letzte Watsch'n des Vaters" (Burgi Well). "Der Besuch in der alten Schule hat bei uns eher bislang vergessene Kindheitserinnerungen hervorgerufen - zumal sich in den letzten 50 Jahren dort überraschender Weise nicht wirklich viel verändert hat", bekennt Bärbi Well im Interview. Sie ist 2005 ins Ensemble eingestiegen, als ihre Schwester Vroni ihren Abschied angekündigt hatte.

Mit den "Wellküren" haben die drei Schwestern ihren eigenen musikalischen Weg eingeschlagen - und eine mittlerweile dreieinhalb Jahrzehnte lange Erfolgsgeschichte begründet. "Dass wir wirklich einmal unser 35-jähriges ,Wellküren'-Jubiläum feiern würden, das war einfach zu weit weg damals. Irgendwann mussten wir aber feststellen, dass wir ja lebenslänglich Schwestern sind", erzählt Moni Well mit einem Lächeln gegenüber Oberpfalz-Medien. Und klar sei das auch ausschlaggebend für die extreme "Nachhaltigkeit" als Kabarett-Gruppe.

Seit der Kindheit auf der Bühne

Ihren "weltweiten Erfolg in Bayern" erkläre sie sich damit, dass man auf der Bühne (fast) so sei wie im richtigen Leben. "Wir wollen nichts darstellen, wir sehen das nicht als Job, sind wahrlich keine Profis. Wir stehen einfach seit frühester Kindheit auf der Bühne und das verleiht uns eine gewisse natürliche Selbstverständlichkeit", beschreibt es Moni Well, die so etwas wie die "Frontfrau" des Trios ist. Das erste Plakat wird herausgekramt, alte Fernsehaufnahmen werden eingeblendet und immer wieder geht es um die gesamte Familie Well - so ist ein intimes, filmisches Porträt entstanden, das die "Wellküren" nicht nur von ihrer künstlerischen, sondern auch privaten Seite zeigt. Und natürlich kommt man auch an den musikalischen Brüdern - der "Biermösl Blosn" - nicht vorbei, weder im Film noch im Interview. "Die Vergleiche haben einfach genervt", betonen die Schwestern übereinstimmend - so dass man das Thema lieber schnell zur Seite legt.

Arbeit am neuen Programm

Die Drehtage für den Film waren im vergangenen Mai, also zu einer Zeit als Pandemie und Lockdown bereits präsent waren. "Die lange Zeit ohne Auftritte verbringen wir - neben Kochen und Putzen - vor allem mit der Arbeit an unserem neuen Programm", so Moni Well im Interview. Und das hat schon einmal einen positiven Titel, auf dem sich aufbauen lässt - nämlich "Des werd scho wieder".

OnetzPlus
Regensburg31.01.2021
Hintergrund:

"Lebenslinien" der "Wellküren" im BR

Den knapp 45-minütigen Film "Die Wellküren - Schwestern im Dreiklang" aus der Reihe "Lebenslinien" sendet das Bayerische Fernsehen am heutigen Montag, 12. April, um 22 Uhr.

Die musizierende Familie Well etwa Mitte der 1960er Jahre. Bild: BR/privat
Die musizierende Familie Well etwa Mitte der 1960er Jahre.
 
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