Zollner AG setzt auf Künstliche Intelligenz aus Weiden

Hinter dem Namen „Zollner Zandt“ steckt eine ostbayerische Erfolgsgeschichte. Der Elektronik-Spezialist aus dem Kreis Cham wurde in wenigen Jahrzehnten zum Global Player. Jetzt bringt sich die AG in ein Weidener Zukunftsprojekt ein.

Die TiKI-Geschäftsführer Reinis Vicups (links) und Ralf Plüschke.
von Siegfried BühnerProfil

Kurz vor Weihnachten hat die Zollner Elektronik AG ihren Einstieg beim Technologischen Institut für angewandte Künstliche Intelligenz (TIKI) in Weiden publik gemacht. Das Unternehmen mit Sitz im Kreis Cham beschäftigt 11 000 Mitarbeiter an 20 Standorten. Die AG wird neben der Samhammer AG und der Krones-Tochter Syskron dritter Gesellschafter. KI sei fester Bestandteil der Digitalisierungsstrategie von Zollner, heißt es in der Mitteilung. „Die Beteiligung ist deshalb ein folgerichtiger Schritt“ so Vorstand Markus Aschenbrenner. Ostbayern werde mehr Gewicht in der KI-Forschung erhalten. Die TIKI-Geschäftsführer Ralf Plüschke und Reinis Vicups erklären die Hintergründe des TIKI-Coups.

ONETZ: Wie kam es dazu, dass gerade die Zollner AG neuer Gesellschafter wurde?

Ralf Plüschke: Da muss ich zunächst ganz allgemein sagen, dass sich da zwei gefunden haben, die einfach ideal zueinander passen. Zollner hat seit Jahren eine große Datenmengen gesammelt, um Prozesse zu optimieren. Dazu wurden schon eigene KI-Lösungen entwickelt. Über Kontakte zu unserem Gesellschafter Syskron hat Zollner uns näher kennengelernt. Wichtig war dabei, dass unsere Technologie branchenübergreifend funktioniert. Deshalb ging es sehr schnell, bis dann beschlossen wurde, die Zollner Elektronik AG als TIKI-Gesellschafter an Bord zu nehmen.

ONETZ: Welche Vorteile ergeben sich aus dieser Partnerschaft?

Reinis Vicups: Mit unserem neuen Gesellschafter werden wir sowohl technisch als auch wirtschaftlich nochmals deutlich leistungsstärker. Unsere Leistungsfähigkeit für den Einsatz von KI-Lösungen haben wir ja schon vielfach bewiesen, beispielsweise bei Serviceprozessen, im Qualitätsmanagement oder auch bei der Getränkeabfüllung. Als Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz macht uns das in der Bayrischen Wirtschaft noch bekannter. Dabei wird der Branchenmix für unsere Technologie breiter es entstehen sich ergänzende Lösungsansätze und zusätzliche Chancen in der Anwendungsforschung.

ONETZ: Gibt es durch die neue Partnerschaft konkrete Veränderungen?

Ralf Plüschke: Weil wir wirtschaftlich stärker sind, können wir unsere Organisationsstruktur verbreitern, vor allem in unsere IT-Infrastruktur investieren und neue Forschungsfelder erschließen. Das Herzstück unserer Arbeit, die TIKI Data Science Platform, soll ausdifferenziert werden. Schon jetzt haben wir ja den Anspruch an uns selbst, in weniger als hundert Tagen KI-unterstützte Lösungen in den unterschiedlichsten Anwendungsfeldern zu entwickeln.

ONETZ: Ist TIKI offen für weitere Partner?

Reinis Vicups: So viel kann ich verraten: Wir sind mit weiteren potenziellen Partnern in Kontakt. Schließlich verstehen wir uns als offenes Institut für Partnerschaften aus den verschiedensten Branchen. Wissen zu teilen, ist für uns ein enorm wichtiger Aspekt, denn nur gemeinsam schaffen wir es, Künstliche Intelligenz in der Wirtschaft zu verankern. Schließlich ist es auch einer unserer Ansprüche, die Unabhängigkeit von amerikanischen und asiatischen Technologielieferanten zu sichern und Alternativen zu schaffen.

Hier im Samhammer-Gebäude sitzt TIKI
Hintergrund:

Das ist das TIKI

  • 2012 regt Norbert Samhammer ein Forschungsprojekt an, dass auf die Optimierung technischer Serviceprozesse mit Hilfe Künstlicher Intelligenz abzielt.
  • 2018 offizielle Gründung des Instituts mit Unterstützung des Freistaats Bayern
  • Eigener Anspruch: Das Wissen der KI-Grundlagenforschung in anwendungsorientierte, praktische Umsetzungsmöglichkeiten für Organisationen und Unternehmen umzuwandeln.
  • Mehr als 20 Wissenschaftler und IT-Entwickler gehören zum ständigen Team
  • Als Teil des Fraunhofer-Projekts REIF Gewinner des KI-Innovationswettbewerbs des Bundeswirtschaftsministeriums
  • Mit der Krones-Tochter Syskron und der Uni Regensburg hat TIKI zwischenzeitlich den Industrieverein für angewandte Künstliche Intelligenz gegründet.

Hintergründe zu TIKI

Weiden in der Oberpfalz

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.