Zündende Kombination: Herbert Feuerstein und Oberpfalz-Medien

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Bekannt wurde Herbert Feuerstein als "MAD-Macher" Fernseh-Anarcho und Autor. Seine ersten Schritte in der Welt der Medien machte er als Korrespondent in den USA. Ein Verlag aus der Oberpfalz gab dem jungen Talent damals eine Chance.

Herbert Feuerstein spielt hier Harfe. Zu Beginn seiner Laufbahn schrieb er als Korrespondent in den USA unter anderem auf den Seiten des „Neue Tags“ und der „Amberger Zeitung“.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Körperlich eher klein, war Herbert Feuerstein doch ein Großer. Die ersten Schritte auf dem Weg nach oben hat der am Mittwoch verstorbene Journalist, Autor, Verleger und Moderator unter anderem für den „Neuen Tag“ aus Weiden und die „Amberger Zeitung“ gemacht. In den 1960er Jahren war der 1937 geborene Österreicher für die Zeitungen des heutigen Verlagshauses Oberpfalz-Medien als USA-Korrespondent aktiv.

Tatsächlich hat sich damals allerdings noch nicht abgezeichnet, welche Karriere Feuerstein einmal bevorsteht. Der damalige Redakteur und heutige Altverleger German Vogelsang kann sich jedenfalls nicht mehr an die Zusammenarbeit mit dem damals knapp 30-jährigen Feuerstein erinnern.

Ein Feuerstein-Text aus der Amberger Zeitung vom 12. Dezember 1963

Beim Österreicher mit dem jetzt schon legendären Humor blieben die Oberpfälzer Zeitungen sehr wohl im Gedächtnis, wie sich in der 2014 erschienen Autobiografie „Die neun Leben des Herrn F.“ nachlesen lässt: „Das liberale Darmstädter Echo, die erzkonservative Tagespost in Würzburg und ein Provinzblatt aus Weiden in der Oberpfalz mit dem prophetischen Namen Der neue Tag“, schreibt Feuerstein auf seine ganz besondere Art über seine ersten Auftraggeber.

„Provinz ist, was man daraus macht“, weiß man vom bekannten Sulzbacher Schriftsteller Walter Höllerer. Und die Oberpfalz-Medien-Zeitungen machten es damals wirklich gut, als sie Feuerstein als festen Korrespondenten verpflichteten. Im Archiv der Zeitungen finden sich zwischen 1963 und 1969 viele Beiträge „von unserem Amerika-Korrespondenten Herbert Feuerstein“. Und es fällt auf: Die Texte lassen sich auch nach fast 50 Jahren noch gut lesen. Zum Beispiel ein Lyndon-B.-Johnson-Porträt vom 12. Dezember 1963. Wenige Tage zuvor war der bisherige Vize- nach dem tödlichen Mordanschlag auf John F. Kennedy zum neuen US-Präsidenten aufgestiegen.

1969 kehrte Feuerstein nach Deutschland zurück, so endete die Arbeit für die beiden Oberpfälzer Zeitungen. Feuerstein prägte danach für zwei Jahrzehnte mit dem deutschen „MAD-Magazin“ den Humor mehrerer Generationen. Später verhalf er Harald Schmidt zu heutiger Berühmtheit, schrieb Bücher, sorgte für einmalige Fernsehmomente.

Die Oberpfalz-Medien-Zeitungen bewiesen übrigens auch danach ein gutes Händchen bei der Wahl ihrer Mitarbeiter: Alice Schwarzer als Paris-Korrespondentin, der frühere SZ-Chefredakteur Heribert Prantl oder der Autor und Fernsehproduzent Friedrich Küppersbusch sind nur einige Große, die ihre Karriere beim Oberpfälzer Verlag begannen.

Ein Nachruf auf Herbert Feuerstein

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