Zurück in die Zeit von „Love“ and „Peace“

Der August 1969 ist einschneidend für die Musikgeschichte: Das Festival „Woodstock“ ging über die Bühne. Und die Musik ist auch über 50 Jahre später noch ziemlich frisch – die Show „The Spirit of Woodstock“ macht dies deutlich.

„Woodstock“ und seine Musik faszinieren noch heute das Publikum - so auch am Samstagabend in der Max-Reger-Halle Weiden.
von Holger Stiegler (STG)Profil
„Woodstock“ und seine Musik faszinieren noch heute das Publikum - so auch am Samstagabend in der Max-Reger-Halle Weiden.
„Woodstock“ und seine Musik faszinieren noch heute das Publikum - so auch am Samstagabend in der Max-Reger-Halle Weiden.

Über 30 Band und Solo-Künstler waren damals im Einsatz und zelebrierten „Three days of peace & music”. Einen Großteil der Musik kann man auch auf der Bühne in der Max-Reger-Halle in Weiden erleben. Die Theaterbühne wird zum berühmten Open Air-Gelände in den Catskill Mountains – zwar verdichtet und manchmal könnte die Bühne vielleicht auch ein paar Quadratmeter mehr Größe vertragen. Erzählt wird mehr oder weniger die Geschichte von Woodstock, ihren Beteiligten und die Wirkung des Festivals. Dazu schlüpft Daniel Brockhaus in die Rolle des Journalisten David, der sich im Rückblick an diese wichtigen Tage für die Musikgeschichte erinnert, verschiedene Anekdoten zum Besten gibt und eben den „Spirit“ von Woodstock aufleben lässt.

Vier Künstler des Festivals stehen in der Show besonders im Fokus: Jimi Hendrix, Janis Joplin, Joe Cocker und Joan Baez. Dies schlägt sich in hervorragenden Solo-Künstlern nieder, die jeweils den Part dieser Ausnahmekünstler übernehmen. Klar, dass bei einem Joe Cocker natürlich die „Urschreie“ und die typischen Gesten nicht fehlen dürfen. Und so klingt Michael Holderbusch – manchen vielleicht noch bekannt aus der RTL-Show „Das Supertalent“ – mit den Klassikern „With a little help from my friends“ und „Feelin‘ alright“ sehr authentisch. Standing Ovations gibt es dafür.

Mit einer grandiosen Stimme und einer feurigen Performance kann auch Tara Degl’Innocenti aufwarten, die Janis Joplin beispielsweise mit „Bobby McGee“ und „Piece of my heart“ zu einer erstaunlichen Reinkarnation verhilft. Ein begeistertes Publikum ist der Lohn. Gitarrenperfektion zelebriert Fulvio Feliciano, wenn er in die Fußstapfen von Jimi Hendrix tritt: „Foxy Lady“ und „Hey Joe“ belegen dies auf hervorragende Art und Weise. Ein besonderes Kompliment verdient Lela Cortesi: Sie steht nicht nur fast den ganzen Abend mit der sechsköpfigen Band und Sängerkollegen Salvo Vinci auf der Bühne, sondern versprüht auch speziell in ihren Darbietungen als Joan Baez eine große stimmliche Intimität: In „We shall overcome“ stimmt das ganze Publikum mit ein.

Aufgabe der Band ist es, anderen Woodstock-Künstler die Reverenz zu erweisen – von CCR über The Who bis hin zu Melanie. Und selbst jene Künstler werden angespielt, die in Woodstock nicht dabei waren: Rolling Stones, Led Zeppelin, The Doors. Das wird von allen Musikern gemeistert, die Stimmung in der Max-Reger-Halle ist sehr gut. Hier und da ist der Sound etwas verbesserungswürdig, auch auf die „Miniaturleinwand“ im Hintergrund mit historischen Fotos hätte man getrost verzichten können – entweder vernünftig machen oder gleich gar nicht. Viel Applaus für eine Musik, die auch 50 Jahre später unsterblich ist.

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